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Leichtere Kommunikation Neue Kita-App für den St. Bartholomäus Kindergarten in Dornum

Helmut Burmann

Dornum - Corona treibt die Digitalisierung in vielen Bereichen schneller voran, als es vielleicht gedacht war. So auch im evangelisch-lutherischen Kindergarten St. Bartholomäus in Dornum. Dort hat sich Leiterin Ilse Reinecke mit der Kommunikation über eine spezielle Kita-Software befasst und diese inzwischen auf den Weg gebracht: Leandoo. Neben Datenverwaltung, Dienstplanerstellung, Arbeitszeiterfassung, Gruppentagebuch, Portfolio und hausinterne Kommunikation bietet das System eine kostenfreie Eltern-App zum Kommunizieren und Informieren.

„Wir wollen nicht bürokratisieren, sondern die Eltern teil haben lassen“, sagte Ilse Reinecke, der bewusst ist, dass der Austausch der Eltern vielfach über digitale Medien erfolgt. Nicht nur wegen Covid-19 fallen die wichtigen Tür- und Angelgespräche zunehmend weg.

Eltern kommunizieren über WhatsApp

Wie in vielen anderen Tagesstätten auch haben sich die Mitglieder des Elternrates im Kindergarten St. Bartholomäus Whats-App-Gruppen organisiert, um beispielsweise über Aushänge zu informieren, Fahrgemeinschaften zu gründen und Absprachen für Strandtage zu treffen. Den Mitarbeiterinn war es allerdings untersagt, Mitglied in diesen Gruppen zu werden.

Nachdem den Fachkräften der Unmut einiger Eltern über unangemessene Beiträge berichtet worden war, wurde schließlich ein klärender Elternabend einberufen. Fortan hielt nur noch Ilse Reineke als Leiterin einen Whats-App-Kontakt zur Elternratsvorsitzenden. Auf diesem Wege wurden dann unter anderem Elternbriefe per PDF versendet. Da nahezu 95 Prozent der Eltern Mitglied in dieser Gruppe waren, wurden die Erziehungsberechtigten über diese papierlose Form der Mitteilung wesentlich effektiver erreicht. Bei Ilse Reineke blieb allerdings stets ein leichtes Unbehagen, bewegte man sich doch datenschutzrechtlich in einer Grauzone.

Verwaltungs- und Informationssystem

Mit Leandoo, einer papierlosen Verwaltungsform, dagegen könne wirtschaftlich und ressourcenorientiert gearbeitet werden und obendrein bliebe der Datenschutz gewahrt, so ist Ilse Reineke überzeugt. In ihrer Tagesstätte wurden die ersten Anwedungen auf Leitungsebene gestartet. Im nächsten Schritt haben zwei Kolleginnen, die dem Thema Digitalisierung sehr aufgeschlossen gegenüberstehen, für ihre Gruppen bereits ein Tablett erhalten. Sie erproben die Anwendung in der Praxis und sind Multiplikatoren für ihre Kolleginnen. Ab Januar 2021 soll in allen vier Gruppen, in denen 67 Kinder betreut werden, mit den Tabletts gearbeitet werden. Somit werden die Fachkräfte Vorbilder im Umgang mit den neuen Medien und zeigen unter anderem alternative Anwendungsmöglichkeiten. Bereits im September wurde damit begonnen, kostenlose Eltern-Apps mit persönlichem, passwortgeschütztem Zugang zur Kommunikation und Information zu installieren.

Medienkompetenz der Kinder stärken

Aus den Familien kennen bereits viele Kinder Handys und Tablets und nutzen sie zum Spielen und Filme gucken. Mit Art und Umfang der Anwendungsmöglichkeiten seien die Kinder aber oftmals überfordert, so Reineke. Der Kindergarten möchte daher die Medienkompetenz in den Familien stärken. Ab Januar 2021 wird dieses daher ein Projektthema in den Gruppen unter Einbindung der Eltern sein. Zudem ist im März ein Elternabend geplant.

Die Einrichtung des Kita-Softwareprogramms Leandoo wurde durch den Landkreis Aurich mit 2320 Euro für die Anschaffung von vier Tablets sowie 200 Euro für einen Referenten am Elternabend zu 100 Prozent gefördert. Die Nutzungsgebühren für das System in Höhe von rund 550 Euro finden im jährlichen Haushalt des Kindergartens Berücksichtigung.

Auch wenn damit die Digitalisierung im Kindergarten Einzug hält, ist es für Ilse Reineke aber nach wie vor am wichtigsten, dass Kinder weiterhin das echte Leben mit allen Sinnen erfahren!

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