Neßmersiel - „Die Dauerparkplätze auf der Fläche werden begrenzt“, sagte Christina Ulrichs, Geschäftsführerin der Reederei Baltrum-Linie. In der Hochsaison sollen die Dauerparker auf der Fläche im Hafen so weniger Stellmöglichkeiten zur Verfügung haben, sodass mehr Flächen für Tagesparker wie Strandgäste oder Inselausflügler zur Verfügung stehen. „Das Kontingent an Dauerparkplätzen können wir mit dem Schrankensystem variabel gestalten“, so Ulrichs. So könne man es zu den Stoßzeiten nach unten korrigieren und in der Nebensaison, wenn nicht so viele Tagesgäste erwartet würden, die Verteilung der Parkflächen auch anders gestalten und wieder mehr Dauerparkplätze anbieten. „Es wird so sein, dass die Dauerparkplätze auf der Fläche im Hafen nur noch online buchbar sind“, betonte Ulrichs. Wer einen Platz für mehrere Tage auf der Homepage der Baltrum-Linie reserviert habe, bekomme dann einen QR-Code, der an der Schranke vorzuweisen sei. Wer ein Ticket für einen Tag an der Schranke zieht und länger auf dem Parkplatz stehen bleibt, wird zur Kasse gebeten. „Ab dem zweiten Tag wird es andere Gebühren geben“, kündigte die Reedereichefin an. Wie genau sich das gestaltet, wollen Hafenzweckverband und Reederei noch besprechen.

Die Probleme, die seit dem vergangenen Jahr am Hafen in Neßmersiel aufgetreten sind, sollen damit aus der Welt geschafft werden. Wie berichtet, hatten Dauerparker die Tagesparkplätze belegt, sodass weder die Besucher des Strands in Neßmersiel noch Tagesgäste der Insel Baltrum ausreichend Parkmöglichkeiten hatten. „Der Großteil der Schotterfläche steht für Tagesgäste zur Verfügung“, so Ulrichs. Hinzu kämen die 100 Plätze direkt am Molenkopf. Durch eine Restplatzanzeige in Höhe des Verwaltungssitzes der Reederei soll Verkehrschaos im Hafenbereich vermieden werden. Anreisende haben so die Möglichkeit – sollte es keine Parkplätze mehr im Hafenbereich geben – auf die von der FLN-FRISIA Luftverkehr oder von Firma Assing gepachteten Flächen auszuweichen.

Die Geschäftsführerin der Reederei betonte, dass es eine sportliche Aufgabe sei, bei der absoluten Knappheit an Parkplätzen in den Sommermonaten eine Verbesserung zu ermöglichen. Diese Verbesserung sehen sowohl Petra de Vries als Vorsitzende des Hafenzweckverbands als auch Michael Hook als Geschäftsführer. Beide betonten, dass sie mit dieser Lösung zufrieden seien, alle Bedenken habe man ausräumen können. „Wir gehen mit einem guten Gefühl aus diesen Gesprächen“, sagte de Vries. Für das Fehlverhalten der Gäste, die sich dann trotz der guten Beschilderung und der zusätzlichen Kosten nicht daran halten und einen Tagesparkplatz dauerhaft belegen würden, könne die Reederei nicht verantwortlich gemacht werden. Sie betonte: „Man muss dem System einfach mal eine Chance geben.“ Im vergangenen Jahr sei das Parken am Hafen „suboptimal“ gelaufen, so Hook. „Alle sollen hier künftig einen Parkplatz finden, dennoch kann es in den Sommerferien immer mal vorkommen, dass alles besetzt ist“, so Hook. Das sei auch in anderen Destinationen an der Küste nicht anders. „Wir sind auch auf die gute Mitarbeit angewiesen, das sich alle an das Konzept halten“, so Ulrichs.

Wann die Schrankenanlage installiert werden kann, steht allerdings noch nicht fest. „Wir warten noch auf die Baugenehmigung“, so Ulrichs. Die Ausnahmegenehmigung für Bauten im Deichvorland liege bereits vor. Zudem müsse der Hafenzweckverband der Schranke noch zustimmen – die Sitzung, um den Beschluss zu fassen, soll kurzfristig einberufen werden. „Wir hoffen schnell auf eine Genehmigung, damit wir das dieses Jahr noch umsetzen können“, erklärte Christina Ulrichs. Ab dem 1. Juni sollen die Fähren der Reederei wieder im Linienfahrplan fahren – sofern es die Corona-Lage zu diesem Zeitpunkt zulässt.

Marina Folkerts
Marina Folkerts Ostfriesland-Redaktion/Norden