Deutschland - Seit mehr als 30 Jahren gibt es sie schon: Die Milchquote. Der ursprüngliche Plan war, die Milchmenge auf dem Markt planbar zu machen und Überproduktionen zu verhindern. In den letzten Jahren wurde die Quote immer mehr gelockert, um die Bauern auf die vollständige Abschaffung im nächsten Jahr vorzubereiten. Danach wird es wohl kein Folgeprogramm mehr geben.

Die Milchquote ist an den Landbesitz gekoppelt. Aus diesem Grund können auch diejenigen Bauern eine Milchquote erhalten, die noch nie Kühe besessen haben. Für das Land, das auf den Flurkarten als Weideland deklariert ist, kann man die Milchquote beantragen.

„Die Quote ist ein echtes Entwicklungshindernis“, sagt Thomas Fellmann, Agrarökonom an der Universität Hohenheim. Sie diene eigentlich nur dazu, die kleineren Betriebe am Leben zu halten und das Durchsetzen der Großbetriebe zu verhindern.

Zu diesem Wegfall äußerte sich auch der Großbauer Wilhelm Diekmann: „Ich bin schon seit Jahren für den Wegfall der Milchquote, weil mich diese ‚Sofamelker’ schon seit längerem stören.“ Als „Sofamelker“ werden jene Landwirte bezeichnet, die ihre Milchquote verpachten, aber selber keine Kühe besitzen.

Doch wie geht es weiter, wenn die Milchquote erst einmal weggefallen ist? Einige Kritiker rechnen mit hohen Überproduktionen und einem Preisverfall auf dem deutschen Milchmarkt. Diese Entwicklung muss jedoch nicht unbedingt eintreten. Es könnte auch nur zu einem Produktionsanstieg von geschätzten fünf Prozent kommen, da das Betreiben von Biogasanlagen als starke Konkurrenz für die Milchwirtschaft angesehen werden kann und somit einen reduzierenden Faktor darstellt.

Scheinbar unumgänglich ist die Verdrängung der kleinbäuerlichen Betriebe. „Der Wegfall der Quote würde bedeuten, dass sich die Großbetriebe immer weiter durchsetzen und die kleineren vom Markt verdrängen,“ sagt Bauer Ulf Behrens. Dies würde der Landwirtschaft ein neues Gesicht geben und die Betriebsvielfalt nachhaltig verändern.

Die neue Entwicklung auf diesem Sektor wird also weiterhin spannend bleiben und sicherlich noch viel Anlass zu intensiven Diskussionen geben; denn auch die kleinbäuerlichen Betriebe haben ihre Daseinsberechtigung und liefern einen positiven Erhalt der Kulturlandschaft in Deutschland.