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NWZonline.de Region

Ernährung: Bald nur noch fleischlose Ernährung?

01.07.2020

Bad Zwischenahn Der Bundesverband der Lebensmittelindustrie spricht sogar vom „größten Lebensmitteltrend der letzten Jahre“.

Und der Wettbewerb gewinnt immer mehr an Fahrt. Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat mit Garden Gourmet eine eigene Tochterfirma gegründet, um scheinbar Unvereinbares zusammenzubringen: Vom reinen Fleischverarbeiter ist das Unternehmen zum bedeutenden Player auf dem Markt für Fleischersatzprodukte geworden.

Dabei ist die Zielgruppe für Fleischersatz klein. Nur fünf Prozent der Deutschen sind Vegetarier, nur ein Prozent sind Veganer. Aber immer mehr Konsumenten wollen wenigstens ab und zu auf Fleisch verzichten. Auch der Wiesenhof-Konzern PHW, Vertriebspartner von Beyond-Meat, dem erfolgreichen Burger des Discounters Lidl, investiert kräftig in Fleisch aus Pflanzen.

In dieser Schlacht um Anteile auf dem lukrativen „Veggie-Markt“ mischt ein Unternehmen aus der Region ganz oben mit. Die Rügenwalder Mühle aus Bad Zwischenahn, bekannt für ihre Teewurst, war 2014 der erste deutsche Fleischverarbeiter, der auch vegetarische und vegane Produkte auf den Markt brachte. Fast 180 Jahre lang hatte das Familienunternehmen Wurst- und Fleischwaren hergestellt. Heute hat der Pionier nach eigenen Angaben im fleischfreien Segment in Deutschland die Spitzenposition inne. Allein im vergangenen Jahr konnte die Rügenwalder Mühle ihren Bruttoumsatz mit vegetarischen und veganen Fleischalternativen um 44 Prozent steigern.

2019 wuchs die Mitarbeiterzahl um mehr als 20 Prozent auf 683 Mitarbeiter. Insgesamt wurden 15 Millionen Euro in den Standort investiert. Der Großteil floss dabei in den Aufbau eines neuen Werks am Standort Bad Zwischenahn für vegetarische Produkte und die Erweiterung der bestehenden Produktionskapazitäten.

Seit im Dezember 2014 die ersten fleischfreien Produkte der Rügenwalder Mühle auf den Markt kamen, arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, sie so nachhaltig wie möglich herzustellen. Im April 2019 konnte die Rügenwalder Mühle bei ihrem Engagement in Bezug auf heimische pflanzliche Proteine einen wichtigen Meilenstein erreichen: Der Beginn der Umstellung auf europäisches Soja. Inzwischen bezieht das Unternehmen schon rund 50 Prozent des verarbeiteten Sojas aus der Donauregion. Neben Soja nutzt der Lebensmittelhersteller bereits weitere Rohstoffe europäischen Ursprungs: So stammen die Erbsen, Basis für die Vegane Pommersche, ausschließlich aus Frankreich. Um künftig noch mehr Zutaten regional beschaffen zu können, arbeitet die F&E zudem mit weiteren, vielversprechenden heimischen Proteinquellen wie Ackerbohnen, Kartoffeln oder Lupinen.

Und seit der Saison 2018/2019 beliefert das Familienunternehmen aus Bad Zwischenahn nicht nur das Stadion des Fußballvereins Borussia Dortmund mit vegetarischen Würstchen, Frikadellen und Burgern, sondern ist auch Kooperationspartner der Hamburger Barclaycard Arena und der Mercedes Benz Arena in Berlin. An beiden Standorten sollen sogenannte Rügenwalder Mühle Veggie-Stores errichtet werden, um vegane Ernährung für die Verbraucher „erlebbar“ zu machen.

Und wie sieht es in Corona- Zeiten mit dem Veggie-Trend aus? Aktuell kann jeder Marktforschung selbst im Supermarkt betreiben. Leere Regale zeigen an, welche Produkte besonders beliebt sind und das sind nicht unbedingt Fleischersatzprodukte. „Veggie“ spielt beim Hamstern nur eine untergeordnete Rolle.

Haltbare Konserven und Tiefkühlware haben gegenüber Gesundem die Nase vorn. Aufhorchen lassen allerdings Zahlen aus den USA. Dort sind laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen die Verkäufe von Fleischersatzprodukten aufgrund der Corona-Krise um 280 Prozent gestiegen.

Als Ursache wird vermutet, dass die Verbraucher durch Berichte, nach denen das Corona-Virus zunächst auf einem Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan ausgebrochen sei, zunehmend Bedenken hinsichtlich des Konsums von Fleisch jeglicher Art haben. Es ist zu erwarten, dass die Karten auf dem Ernährungsmarkt durch die Pandemie in Zukunft neu gemischt werden. Hersteller von Fleischersatzprodukten wie die Rügenwalder Mühle könnten davon durchaus profitieren.

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