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NWZonline.de Region

Schüler schreiben für Durchblick: Diskussion um Vertiefung der Weser

01.06.2022

Brake Die Weser soll weiter ausgebaggert werden, damit größere Schiffe und somit auch schwerere Container bewegt werden können. Vor allem Massengutschiffe sollen die Häfen in Brake und Bremerhaven besser anlaufen können.

Die Fahrrinnenvertiefung der Unterweser soll es nach Angaben des Interessensverbandes Wirtschaftsverband Weser Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu 12,8 Metern – statt bisher maximal 11,9 Metern – erlauben, Brake anzufahren. Eine Vertiefung der Außenweser sei für Schiffe mit einem maximalem Tiefgang von 13,5 Metern vorgesehen. Zur Zeit beträgt der maximale Schiffstiefgang auf der Außenweser 11,9 Meter. Mit diesen Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Bremerhaven tideunabhängig von Großcontainerschiffen erreicht werden kann. Jedoch kann das für den Landkreis Wesermarsch auch Nachteile mit sich ziehen.

Vorteile

Der Wirtschaftsverband Weser fordert die Weservertiefung aus wirtschaftlichen Gründen. So berichtet Uwe Beckmeyer, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Weser, im Interview mit buten un binnen, dass bis jetzt die großen Standardschiffe, die zum Beispiel Bremerhaven anlaufen, tideabhängig sind. Die Vertiefung solle eine Unabhängigkeit von Ebbe und Flut fördern. Durch die Veränderungen der Schiffe, die in den vergangenen 20 Jahren größer und breiter geworden sind, müsse eine Vertiefung in Angriff genommen werden. Damit könne sichergestellt werden, dass die für Bremerhaven und Wesermarsch bestimmte Ware die Standorte auch erreichen kann.

Einwurf: So sieht es die Autorin

Je nach Perspektive hat die Weservertiefung ökonomische Vorteile sowie ökologische Nachteile.

Durch die Vertiefung könnte einerseits die Wirtschaft wachsen. Tiefergelegte Containerschiffe könnten tideunabhängig Waren an die Häfen von Bremerhaven, Brake und Bremen ausliefern. Der Ex- und Importhandel würde sich dadurch enorm steigern und zusätzlich würden durch den verstärkten Transport mehr Arbeitsplätze geschaffen.

Andererseits würde die Vertiefung dem Klimaschutz in den Rücken fallen. Viele Fische und Pflanzen könnten durch die sich ändernde Wasserqualität verschwinden. Zudem würde der Meeresspiegel noch schneller steigen. Die stärkere Strömung der Weser könnte Uferabbrüche und Schäden an den Deichen verursachen.

Durch die Möglichkeit, mehr Container zu transportieren und somit den Export- und Import-Handel zu stärken, könnten auch Arbeitsplätze gefördert werden.

Nachteile

Mit Beginn der Flussvertiefungen wird sich die Unterweser laut Umweltverband BUND Bremen stark verändern, denn Flussvertiefungen seien mit massiven ökologischen Folgeschäden verbunden. Besonders der Tidenhub in der Weser sei seit den ersten Ausbauschritten angestiegen.

Neben dem starken Anstieg des Tidenhubs könnten Flussvertiefungen zudem zu stark steigenden Strömungsgeschwindigkeiten in der Fahrrinne führen. Somit würden sich die Laufzeiten der Sturmfluten von der Nordsee bis nach Bremen verkürzen. Einen weiteren Folgeschaden der Weservertiefung könnte die Verschlickungen von Nebenarmen darstellen.

Des Weiteren würde sich die salzige Brackwasserzone Fluss aufwärts verschieben. Das gesamte Ökosystem des Flusses könne somit aus dem Gleichgewicht kommen. Besonders bedrohlich wäre das für heimische Fische und Pflanzen.

Zudem müsse die Weservertiefung im Kontext des steigenden Meeresspiegels betrachtet werden. So äußerte sich Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen, im Interview mit buten un binnen: „Wir reden über Klimawandel, der Meeresspiegel steigt und wir wollen uns die Nordsee noch schneller reinholen“.

Laut BUND Bremen wären Deichschutz, Landwirtschaft, Fischerei, Freizeitnutzung und vor allem die natürlichen Lebensräume mit ihren charakteristischen Tieren und Pflanzen im Fall einer Weservertiefung die Leidtragenden.

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