Cloppenburg - In der ländlichen Gegend sind laut dem Niedersächsischen Rundfunk (NDR) 87 Windkraftwerke in Betrieb. Auch Recycling ist dabei ein großes Thema, wenn die Anlagen ihren Zweck erfüllt haben und stillgelegt werden. Wie sich aktuell zeigt, entsteht durch die Windkraftwerke offenbar auch Sondermüll, insbesondere bei den Rotorblättern. Die Windkraftanlagen bestehen zu einem Teil aus Beton und Stahl, das den Turm bildet, sowie Kupfer, welches für die Stromleitungen verwendet wird. Genannte Bestandteile können von Recycling-Betrieben zur Weiterverwertung gut aufbereitet werden.

Bei den Rotorblättern der Windkraftanlagen gibt es allerdings ein Hindernis bei der Wiederverwertung. Denn diese müssen erst, aufgrund der verarbeiteten Glasfaserverbundstoffe, in kleinste Teile zerlegt werden, um danach in der Zementindustrie als Brennmaterial verwendet zu werden. Es werden jährlich wenige hundert Windenergieanlagen in Niedersachsen aus technischen Gründen oder aufgrund einer ausgelaufenen Förderung stillgelegt.

Betroffen von dem Abriss, ebenso von der Weiterverwertung, sind vor allem Windkraftanlagen, die vor dem Jahr 2000 errichtet wurden und noch nachträglich in das Erneuerbare-Energien-Gesetz-Förderungsprogramm (EEG) aufgenommen wurden. Dies läuft Ende dieses Jahres aus.

Mittlerweile werden auch Anlagen stillgelegt, die nach 2000 erbaut wurden. Das Problem beim Recyceln ist allerdings, dass die Rotorblätter, um Gewicht in der Produktion zu sparen, mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen hergestellt wurden. Herkömmliche Verbrennungsanlagen nehmen die Kohlefasermatten der Rotorblätter allerdings nicht an, da die Filter der Verbrennungsanlagen durch die elektrische Leitfähigkeit der Kohlefasern beschädigt werden können. Bis auf einige aufwendige Wiederverwertungsverfahren gibt es bisher keine andere Lösung für das Recyceln. So rät auch das Umweltbundesamt, den Rückbau und das Recycling von Problemstoffen der Windenergieanlagen weiter zu erforschen. Experten rechnen mit Verwertungskosten von etwa 1200 Euro pro Tonne, also etwa sechsmal so viel wie bei den Glasfaserverbundstoffen. Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich Grünes Wirtschaften (Green Economy) ist es, nachhaltige Produktions- und Konsumweisen zu entwickeln.