Delmenhorst - „Couchsurfing“ ist ein Netzwerk, für das die Vermittlung kostenloser Schlafplätze im Vordergrund steht. Nutzer der Plattform können kostenlos in Wohnungen anderer Nutzer übernachten. Es scheint daher eine optimale Möglichkeit für günstiges Reisen zu sein. Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft der BBS I Delmenhorst fanden bei einer Umfrage zum Thema „Modernes Reisen im Weser-Ems-Gebiet“ jedoch heraus, dass Couchsurfing einige Hindernisse im Weg stehen.

Immer mehr Menschen stellen hohe Ansprüche an Übernachtungsmöglichkeiten. Luxus, Komfort und Bequemlichkeit sind für sie von großer Bedeutung. Hotels erfüllen diese Wünsche und Ansprüche oft besser. Womöglich steht diesen Reisenden eine größere Menge finanzieller Mittel zur Verfügung.

Außerdem sind viele Reisende von den Risiken und dem Aufwand des Couchsurfings abgeschreckt. Vollständige Sicherheit ist nie gewährleistet: Die Anbieter werden nicht kontrolliert und man weiß nicht, wer sich hinter den Profilen verbirgt. Die Suche nach geeigneten Gastgebern ist mühsam, da viele Anbieter Anfragen ablehnen. Hinzu kommt, dass Urlauber gerne in Gruppen reisen. Für sie stellt Couchsurfing oft keine Option dar.

Ein weiterer Faktor ist die Abhängigkeit vom Gastgeber: Der Nutzer muss sich an die Vorschriften und den geregelten Alltag des Anbieters halten. Andere Übernachtungsoptionen ermöglichen mitunter einen unabhängigeren Aufenthalt. Reisende wollen sich im Urlaub eher ohne großen Aufwand erholen und Ruhe genießen. Vor allem Hotels bieten verlockende, günstige Angebote, etwa All-inclusive-Angebote. Urlaubern erspart dies einen großen Aufwand.

Am häufigsten nutzen Studenten die moderne Form des Übernachtens von Couchsurfing, da sie meist wenig Geld zur Verfügung haben. Deren Anteil an Reisenden im Allgemeinen ist jedoch gering.

Couchsurfing scheint demnach keinen großen Einfluss auf den Tourismus sowie dem damit verbundenen Wirtschaftswachstum im Weser-Ems Gebiet zu haben.