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NWZonline.de Region

Die Sorgen eines Milchbauern

20.05.2017

Jade Morgens, 5 Uhr, die Melkzeit beginnt. Rund zwei Stunden benötigen Marina Wessels und ihre Schwiegermutter, um ihre 190 Kühe zu melken. Währenddessen kümmert sich ihr Mann um die Fütterung der Tiere und deren Nachzuchten. Nach der Säuberung des Melkstandes besprechen sie am Frühstückstisch den weiteren Tagesablauf.

Sie machen sich Sorgen, erklärt Wessels: Wegen des schwierigen Milchpreises, der neuen Düngerverordnung, des Niedersächsischen Wassergesetzes und der gesamten Hofsituation. Im Durchschnitt erzeugen die Kühe etwa 3600 Liter Milch am Tag. Bei einem Milchpreis von 33 Cent pro Liter liegt der Tagesverdienst bei etwa 1188 Euro brutto. „Dieser Betrag reicht nicht aus, um die gesamten Produktionskosten zu decken“, erklärt Wessels. Die Sorge bleibt, dass sie Tag für Tag weiter ins Minus rutschen und den 200 Jahre alten Hof aufgeben müssen.

„Unser Betrieb ist nach dem Krieg in Schwierigkeiten geraten, weil ein Vorfahre für einen entfernten Verwandten gebürgt hat. Diese Schwierigkeiten ziehen sich wie ein roter Faden bis heute durch“, sagt Wessels. Wirtschaftliche Fehlentscheidungen gab es aber nicht. „Bislang konnten wir uns nur durch das stetige Wachsen aufrechterhalten“, meint sie. Ihr Familienbetrieb kommt heute auf eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 101 Hektar.

Finanziell und arbeitswirtschaftlich sind keine Reserven vorhanden, es existiert also kein zweites Standbein. Und auch der Umstieg auf einen Schlacht- oder Biobetrieb ist finanziell nicht möglich. Nur die alten und nicht tragend werdenden Kühe werden geschlachtet. Sie dienen als zusätzliche Einnahmequelle.

Die Schulden durch die aktuelle Krise können nur mit einem langfristigen Preisanstieg und besseren Exportbedingungen ausgeglichen werden, sagt Wessels: „Es macht uns stolz, den Hof trotz der Milchkrise weiter bewirtschaften zu können. Und wir hoffen, dass der Betrieb auch weiterhin erhalten bleibt.“

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