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NWZonline.de Region

Schüler schreiben für Durchblick: Wer profitiert wirklich von der Kurzarbeit?

12.06.2021

Delmenhorst In der Bilanz-Pressekonferenz der Daimler AG hat der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius bekanntgegeben, dass Daimler seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr von 2,7 auf 4,0 Milliarden Euro gesteigert hat. Ein Grund sei eine große finanzielle Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit, die aufgrund der gegenwärtigen Pandemie ausbezahlt wurde. Durch Kurzarbeit konnte Daimler rund 700 Millionen Euro einsparen. Diese Maßnahme wurde aufgrund von erwarteten Gewinneinbußen beantragt. Ein weiterer Faktor sei laut Källenius die Kosteneinsparung gewesen. Diese habe auch dazu beigetragen, die Kurzarbeit zu finanzieren.

Insgesamt wurden laut der Bundesagentur für Arbeit bundesweit etwa 22,1 Milliarden Euro für das Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Davon sollten auch bei Daimler bundesweit alle Angestellten profitieren.

Fader Beigeschmack

Kurzarbeitergeld

Per Definition handelt es sich beim Kurzarbeitergeld um eine Leistung der Arbeitslosenversicherung. Arbeitnehmer können es unter bestimmten Umständen erhalten, wenn ihre Arbeitszeit reduziert werden muss.

Im Corona-Jahr 2020 stieg die Kurzarbeit sprunghaft an, wie Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit zeigen. Im Februar waren noch 0,4 Prozent aller Beschäftigten in Kurzarbeit, im April waren es 17,9 Prozent.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt allerdings, dass Daimler über höhere Dividenden 1,4 Milliarden Euro an die Aktionäre auszahlt. Die Daimler AG rechtfertigt ihre Entscheidung mit folgendem Statement: „Der Dividendenvorschlag (…) berücksichtigt eine sorgfältige und umsichtige Abwägung der Interessen aller Stakeholder, denen das Unternehmen sich verpflichtet sieht, sowie die aktuelle Geschäftslage, die Liquidität und die Geschäftsaussichten.“ Zudem handele es sich um eine Leistung, für die der Konzern jahrelang in die Sozialversicherung eingezahlt habe.

Volker Stahmann von der IG Metall Bremen bezeichnet diese Maßnahme als „moralisch nicht vertretbar”, vor allem da Angestellte immer noch in Kurzarbeit seien und dabei keine angemessene Anerkennung ihres Arbeitgebers erhielten. Kai Stührenberg von der Partei die Linken spricht sich ebenfalls für strengere Kontrollen für die Ausschüttung von Dividenden bei der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeldern aus. Er wirft die Frage auf, ob die Gewinne wirklich nachhaltiger für das Unternehmen angelegt seien, wenn sie größtenteils an Aktionäre ausgeschüttet werden.

Leistungen vom Staat

Schlussendlich lässt sich die Frage, wer von Kurzarbeit profitiert, nicht konkret beantworten. Zwar erhalten die Unternehmen zusätzliche Leistungen vom Staat, jedoch lässt sich am Beispiel von Daimler die Frage aufwerfen, ob mit diesen Mitteln immer zu Gunsten von Arbeitnehmern oder dem Unternehmenszweck gehandelt wird. Stattdessen profitieren Aktionäre oder andere Interessensgruppen. Dies ist zumindest aus der Sicht der Arbeitnehmer fragwürdig.

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