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NWZonline.de Region

Flüchtlinge mit Chancen

12.07.2016

Ganderkesee „Das wäre schön“, sagte ein Ganderkeseer Einwohner, als er auf mögliche Vorteile der internationalen Zuwanderung angesprochen wurde. Allgemein zeigen sich viele Bürgerinnen und Bürger jedoch aufgrund der hohen Ausgaben des Bundes und der Abgabenerhöhungen, die sie wegen der Zuwanderung befürchten, eher besorgt.

Dieser Bevölkerungsmeinung ist zu entgegnen, dass die Ausgaben auch dem Land und der Gesellschaft zugutekommen, denn durch den Bedarf an Wohnraum profitiert die deutsche Bauwirtschaft genau wie andere Unternehmen, die etwa Lebensmittel als auch andere Güter oder Dienstleistungen bereitstellen. Nach Ansicht des Chefs des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Ausgaben für Flüchtlinge daher wie ein „kleines Konjunkturprogramm“.

Zusätzlich ist gerade der ländliche Raum von dem voranschreitenden demografischen Wandel betroffen, da die momentan überall noch das Arbeitsangebot stützende Generation der Baby-Boomer in den folgenden zwei Jahrzehnten in den Ruhestand gehen wird.

Aus dem daraufhin sinkenden Arbeitsangebot würde dennoch keine Vollbeschäftigung, sondern eher eine sinkende Kapitalausstattung der Volkswirtschaft folgen. Demnach bietet es sich an, den sich anbahnenden Fachkräftemangel durch die größtenteils relativ jungen Immigranten aufzufangen, jedoch werden sie „nicht die Fachkräfte von morgen, sondern eher von übermorgen sein“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Oldenburg.

Mit dieser Aussage ist außerdem verbunden, dass die kurzfristigen Aufwendungen pro Flüchtling zwar immens sind, über einen längeren Zeitraum die Zuwanderer aber die Zahl der Erwerbstätigen ausgleichen werden und zudem die Wirtschaft antreiben.

Erfahrungen, unter anderem in den USA, zeigen, dass Ausländer ausschlaggebend zur Innovationsstärke eines Landes beitragen, da eine Vielzahl von Patenten und Start-ups auf sie zurückzuführen sind. Damit trotzdem auch gering Qualifizierten der legale Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingen kann, fordert das Ifo-Institut eine Abschaffung des Mindestlohns, um damit Einstiegschancen im Niedriglohnsektor zu schaffen.

Wie relevant Zuwanderung für Deutschland ist, zeigen Berechnungen der Deutschen Bank, nach denen die deutsche Wirtschaft ohne eine starke Zuwanderung nur noch um 0,5 anstatt zurzeit 1,5 Prozent zulegen würde. Um das Wohlstandsniveau zu erhalten wären gleichwohl jährlich über zwei Prozent notwendig.

Somit können die Flüchtlinge eine Grundlage dafür sein, unseren Lebensstandard in der Volkswirtschaft zwar nicht kurz- bis mittelfristig, aber langfristig zu erhalten; der Landkreis Oldenburg fasst zusammen, dass die Chance besteht, dass „der demografische Wandel und dessen negative Folgen in Deutschland abgemildert werden können“.

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