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NWZonline.de Region

Jugendliche wollen lieber wischen als blättern

12.05.2017

Friesoythe Digitalisierung in der Schule. Über dieses Thema wird viel diskutiert. Vor allem seit Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) im Oktober 2016 ein Milliardenprogramm zum Ausbau der Schul-IT angekündigt hatte. So könnte die Digitalisierung in Schulen vielleicht auch bald in Niedersachsen und somit auch bei uns an den BBS Friesoythe Einzug finden. Im Zentrum der Diskussion steht die Nutzung von Tablets. Eine Umfrage ergab: Sowohl Schüler als auch Lehrer der BBS Friesoythe sehen Vor- und Nachteile. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Der Gebrauch von Tablets könnte fehlende Konzentration im Unterricht verursachen, dennoch können die Schüler wesentlich schnellere Recherchen durchführen. Auch für die Lehrer wird die Umstrukturierung des Unterrichts eine große Herausforderung, jedoch würde das Interesse der Schüler wieder mehr angeregt werden und würde somit für Freude am Lernen sorgen.

Ein weiterer Aspekt ist das lästige Schleppen der Schulbücher, was vereinzelt zu Rückenschmerzen führt. Ein Tablet hingegen verhindert nicht nur das Vergessen des Schulmaterials, sondern sorgt auch für eine bessere Organisation des Schulalltags. Verschiedene Funktionen ermöglichen das übersichtliche Planen und Festhalten der Termine.

Konzept erstellt

Einige Schüler der BBS Friesoythe haben sich mit der Frage, ob die Anschaffung sinnvoll ist, auseinandergesetzt und sich ein Konzept überlegt, wie der Umgang mit einem Tablet für Schüler im Alltag vereinfacht werden kann. Aufgrund fehlender Konzentration am Abend könnten die Tablets um 22 Uhr gesperrt werden. Dadurch kommen die Jugendlichen nicht in die Versuchung, ihre Hausaufgaben erst am späten Abend zu erledigen. Außerdem gewöhnt sich der Schüler an einen planmäßigen Tagesablauf und erhält bessere Grundkenntnisse im EDV-Bereich, was ihn auf das Berufsleben vorbereitet.

Allgemein ist die Benutzung der Tablets nicht nur innerhalb der Schule möglich, sondern auch zu Hause, für Projekte und Hausaufgaben wie zum Beispiel dem Anfertigen eines Referates. Nach versäumten Unterrichtsstunden ist es leichter, das Verpasste aufzuarbeiten, da das Material gezielt vorliegt.

Da aber nicht nur die Schüler von der Einführung betroffen sind, sondern auch die Lehrkräfte, wurde eine Befragung zweier Lehrerinnen der BBS Friesoythe durchgeführt. Laut Birgit Hermes führe die Entwicklung ohnehin immer mehr in die Richtung eines digitalisierten Schulalltags, sagte sie. Ein Leben ohne Medien sei heutzutage nicht mehr denkbar. Hermes selbst integriere Tablets und Laptops, die von den Schülern mitgebracht werden, bereits in ihren Unterricht. Die Lehrerin ist der Meinung, dass die Schultaschen und Rucksäcke der Schüler aufgrund der Bücher eine zu große Last seien. Als Alternative könnte das Lernmaterial auf die Tablets beziehungsweise Laptops heruntergeladen werden.

Trotz digitaler Medien im Unterricht sollten jedoch weiterhin Arbeitshefte verwendet werden, um sowohl die Handschrift als auch die Rechtschreibung nicht zu verschlechtern, so Hermes weiter. Ein Kritikpunkt hingegen sei die Datensicherung. Durch die Nutzung des Internets könnten die privaten Daten missbraucht werden. Eine Idee, um dieses Problem zu lösen, wäre die Einführung von Nicknames.

Andrea Cloppenburg hingegen ist gegen die verbindliche Verwendung von Tablets in Schulen. Sie teilt die Meinung des Hirnforschers und Psychologen Manfred Spitzer, dass sich Schüler durch das eigenhändige Schreiben das Gelernte besser einprägen.

Kostenübernahme

Eine große Frage, wenn nicht sogar die wichtigste, bleibt am Ende jedoch stehen: Wer übernimmt die Kosten? Da die Anschaffung der Geräte ein großer Kostenaufwand umfasst, müsste ein Teil von der Schule beziehungsweise von Sponsoren übernommen werden. Somit würden sich für die privaten Haushalte diese Kosten erheblich minimieren. So könnte ähnlich wie bei dem System der Schulbücher eine Pauschale für die Tablets verlangt werden. Und falls es bei den Geräten zu erheblichen Schäden kommt, würde eine Versicherung dafür aufkommen.

Natürlich braucht es weit mehr, als ein paar Ideen zur Nutzung von solchen Medien, aber die Einführung von Tablets erfolgt bereits in mehreren Schulen Deutschlands. Warum also nicht auch an der BBS Friesoythe?

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CDU | BBS Friesoythe

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