Im Nordwesten - Korruption, ein Wort aus dem Lateinischen, das soviel wie bestochen bedeutet, bezeichnet juristisch den Missbrauch einer Vertrauensstellung, um einen Vorteil zu erlangen, auf den rechtlich begründet kein Anspruch besteht. Auch in Deutschland tritt dies auf.

Rund 56 Prozent der Korruptionsstraftaten im Jahr 2011 in Deutschland traten in der Privatwirtschaft auf, 35 Prozent in der öffentlichen Verwaltung, 8 Prozent in der Strafverfolgung und im Strafvollzug und nur ein Prozent in der Politik. Somit zeigt sich, dass Korruption in der deutschen Politik kaum vorhanden ist. Allerdings wird das Bild getrübt, denn 2012 wurde der Ex-Bundespräsident Christian Wulff in Ermittlungen wegen Verdachts der Vorteilsnahme verwickelt.

Diesen unterscheidet man zwischen Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung. Es lässt sich dabei keine Einordnung in das Täter-Opfer-Schema vornehmen, da jede Seite mit vollem Bewusstsein handelt, um einen Vorteil zu erlangen.

Nun soll eine Online-Plattform für anonyme Hinweise eingerichtet werden, damit der Korruption gerade in der Privatwirtschaft Einhalt geboten wird. Der Berliner Staatsanwalt Rüdiger Reiff ist überzeugt, dass „die Identität des Hinweisgebers nicht zurückverfolgt werden kann“.

In Berlin existiert bereits eine Anti-Korruptionsstelle, die eingehende Hinweise bearbeitet.