Im nordwesten - Es hatte viele Proteste gegeben gegen die Art und Weise, wie für gewöhnlich Energie gewonnen wird. Bürger gingen auf die Straße, protestierten gegen veraltete Energiegewinnung, vor allem gegen Atomkraft, aber auch gegen Kohlekraft zum Beispiel. Als dann im Jahr 2000 die rot-grüne Regierung eine Energiewende verkündete, war die Freude vor allem bei Atomkraftgegnern und Umweltschützern groß.

Doch zu früh gefreut: Nach dem Regierungswechsel im Jahre 2009 revidierte die aktuelle Mehrheit aus CDU/CSU und FDP den zuvor beschlossenen Wandel. Erst nach dem Atomkraftunglück in Fukushima im Jahr 2010 leitete die Regierung wieder einen Kurswechsel ein. Um jedoch erneuerbare Energien attraktiver zu gestalten, wurden diese stark subventioniert.

Diese Subventionen werden seitdem gleichmäßig auf alle Verbraucher aufgeteilt, indem diese sogenannten Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlagen (EEG) auf den Strompreis der Endverbraucher angerechnet werden.

Die EEG-Umlage basiert auf dem Gesetz für den Vorrang erneuerbaren Energien. Dieses Gesetz regelt eine bevorzugte Einspeisung von erneuerbaren Energien in das Stromnetz und belohnt die Erzeuger mit festen Einspeisevergütungen, um die Energiewende voranzutreiben.

Die Umlage verteilt die entstehenden Kosten der Förderung von erneuerbaren Energien auf die Verbraucher – und das sind alle Bürger, die Strom benutzen. Die Höhe der Umlage ergibt sich aus der Differenz von Ausgaben (Umlage) und Einnahmen, die bei der Verwertung des Stromes aus erneuerbaren Energien entstehen.

Zum 30. Juni 2011 wurde eine umfassende Änderung des EEG-Gesetzes beschlossen, darunter eine Neuregelung der Boni-Systeme für die Bioenergie sowie Veränderungen bei den Einspeisetarifen. Eine starke Kürzung wurde für Photovoltaik beschlossen. Am 1. April 2012 traten die Änderungen in Kraft.

Allerdings wurde bekannt, dass vor allem Personen und Haushalte mit geringem Einkommen stark von diesen Umlagen betroffen sind. Denn diese haben nach einer Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) nur geringfügig niedrigere Stromrechnungen als wohlhabende Haushalte. So müssen die Reichen durch die EEG-Umlage die gleiche finanzielle Last stemmen wie die Armen. Doch während die Einen es kaum bemerken, können sich die Anderen keine noch höhere Stromrechnung leisten.

Jedoch sind von der EEG-Umlage nicht nur Einzelpersonen oder Haushalte, sondern auch ganze Unternehmen direkt betroffen, welche sich eine ganz besondere Möglichkeit einfallen ließen, mit den Belastungen umzugehen: Sie produzieren den benötigten Strom einfach selber.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sprach sich gegen eine überhastete Energiewende aus und forderte Deutschland auf, eben dieser mehr Zeit zu geben. Man müsse zudem die Energiewende „abgestimmt mit dem europäischem Nachbarn“ vorantreiben, so Oettinger.