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NWZonline.de Region

„Auf die Stärken des Einzelhandels setzen“

20.06.2018
Frage: Wie ist es denn bei Ihnen zu einem Musikhaus gekommen?
Dinter: Es war eigentlich immer mein Traum, so etwas in der Richtung aufzumachen. Nach dem Abschluss meines Studiums ergab sich aufgrund mangelnden Angebotes die Gelegenheit, diesen Traum nun auch zu erfüllen, wobei sich anfangs vornehmlich Pianos bei uns im Sortiment befanden.
Frage: Wie schätzen Sie die Situation der gesamten Branche ein?
Dinter: Mittlerweile hat es sich extrem verschärft, also seitdem ich aufgemacht habe, haben ungefähr sechshundert Musikläden in Deutschland dicht gemacht.
Frage: Apropos Deutschland, wie groß ist Ihr Einzugsbereich, in welchem Sie Produkte vertreiben?
Dinter: Wir bedienen hier hauptsächlich einen lokalen Markt, wir haben zwar auch einen Internetshop, aber der wesentliche Teil von uns wird halt lokal vertrieben. Die Reichweite von uns im Norden ist relativ weit, da selbst Bremerhaven, Wilhelmshaven, Jever und Leer kaum noch eine andere Möglichkeit im lokalen Raum haben.
In Jever gibt es zwar noch einen kleinen Laden, aber auch da ist das Angebot relativ klein, in die andere Richtung geht es so bis Bremen, aber auch Bremen hat ein sehr kleines Angebot, vor allem, was viele Marken angeht. Danach orientieren sich die Leute eher Richtung Hamburg.
Frage: Würden Sie sagen, dass sich die Situation durch den verstärkten Einkauf im Netz verschärft hat?
Dinter: Das ist natürlich ohne Frage so, dass es sich verschärft hat. Unsere Chance ist allerdings, dass die Leute so ein Instrument schon gerne ausprobieren wollen. Gerade bei Digitalpianos, welche man nicht einfach mal so verschickt.
Frage: Was halten Sie von Thomann, welcher bekanntlich der größte Online-Vertreter im Musikgeschäft Deutschlands ist?
Dinter: Thomann ist einfach auch nur ein Einzelhändler und wir kommen auch gut mit ihm aus. Probleme entstehen eher bei großen Versandhändlern wie Amazon, da diese durch Umwege deutlich weniger Gewinn versteuern müssen als etwa Thomann oder auch wir. Wir müssen 42 Prozent des Umsatzes versteuern, Amazon nicht.
Frage: Wie ist Ihre Einstellung zum Online-Handel generell – vielleicht eher negativ?
Dinter: Auf keinen Fall, er hat ja absolut seine Berechtigung und gerade in so strukturschwachen Gebieten, wo Menschen sehr weit fahren müssen, um den nächsten Händler zu erreichen, ist ja gegen Onlinehandel per se nichts zu sagen, aber wir müssen immer wieder auf die Stärken, die der Einzelhandel bieten kann und die der Onlinehandel nicht bieten kann, hinweisen.
Frage: Ist der Markt durch sinkende Musikerzahlen schwieriger geworden?
Dinter: Eigentlich nicht, die Zahl hält sich seit Jahren auf einem relativ geringen Niveau. Also ungefähr sieben Prozent der Deutschen machen aktiv Musik. Man ist natürlich immer bemüht, dass das mehr wird, es wird aber auch nicht weniger.
Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dinter: Im Endeffekt müssen wir auf die Stärken des Einzelhandels setzen. Aktive Beratung und örtliche Verfügbarkeit sowie Preisgleichheit mit dem Onlinehandel heißt auch eine Steuergleichheit bei allen. Das sind Chancen, die wir nutzen können und auch müssen.

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