• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region

Geld fließt immer öfter online

22.05.2018

Oldenburg Die Kreditwirtschaft in Deutschland befindet sich in einem radikalen Wandel. Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht es, immer mehr Bankdienstleistungen mittels Computer oder Handys in Anspruch zu nehmen.

Zweifellos wird die Zahl der Filialen weiter sinken, weil die digitale Nutzung unaufhaltsam zunimmt. Je mehr Bankdienstleistungen digital in Anspruch genommen werden, desto weniger Bedarf gibt es für den persönlichen vor-Ort-Service. Nicht ausgelastete Filialen sind aber ein Kostenfaktor, den sich die in einem scharfen Wettbewerb stehenden Banken auf Dauer nicht leisten können. Filialschließungen sind die logische Folge.

Für die Bankkunden wirkt sich dies unterschiedlich aus. Die jüngere Generation, für die die digitalisierte Welt selbstverständlich ist, wird die Filiale um die Ecke nicht vermissen. Banken haben aber auch viele ältere Kunden. Nicht jeder von diesen kann oder will einen Computer oder Handy dazu nutzen, Geld zu überweisen, seinen Kontostand abzufragen, Daueraufträge einzurichten oder Nachrichten an seine Bank zu richten oder zu empfangen. Für diese Kunden ist die Schließung „ihrer“ Filiale ein Verlust, der besonders schwer wiegt, wenn der Weg zur nächsten noch bestehenden Filiale weit ist.

Von dem Trend zurückgehender persönlicher Kontakte zwischen den Banken und ihren Kunden in Folge der zunehmenden Digitalisierung gibt es noch Ausnahmen. Kompliziertere Bankdienstleistungen wie Immobilienfinanzierungs-, die Kapitalanlagenberatung oder die Beratung von Unternehmern werden nach wie vor überwiegend in persönlichen Gesprächen erbracht. Dies liegt zum einen an der Bedeutung der damit verbundenen Entscheidungen für die Bankkunden, da solche Geschäfte für die Kunden etwas sind, das nicht jeden Tag vorkommt und bei dem der direkte Dialog mit einem Bankberater vielen mehr Sicherheit gibt. Zum anderen werden aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen immer komplexer. Dieses macht es schwer, rein digitale Lösungen zu entwickeln.

Weil diese Bankdienstleistungen von dem einzelnen Kunden aber nur relativ selten in Anspruch genommen werden, reicht die Nachfrage nicht aus, das Filialnetz der Banken in seinem bisherigen Umfang aufrecht zu erhalten. Um trotzdem die Nachfrage der Kunden nach persönlichen Bankdienstleistungen befriedigen zu können, fassen die Banken ihre Filialen zu größeren Einheiten (Kompetenzzentren) zusammen, in denen sie diese Leistungen anbieten. Solche Filialen, die in der Lage sind, auch die aufwendigeren Bankdienstleistungen zu erbringen, wird es auf längere Sicht weiterhin geben. Die reine Filiale zur Entgegennahme von Bareinzahlungen und Überweisungsaufträgen, zur Auszahlung von Bargeld oder Aushändigen von Kontoauszügen hat hingegen keine Zukunft.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.