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NWZonline.de Region

Laborfleisch kann Probleme lösen

06.04.2018

Oldenburg Das künstliche Fleisch wurde schon im Jahr 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Preis damals: 250 000 Euro pro Burger. Doch schon 2015 gab ein Unternehmen bekannt, dass der Preis auf umgerechnet rund 70 Euro pro Burger mit Fleisch aus dem Labor gesenkt werden könne. Im Jahr 2017 liege er bei nur noch rund zehn Euro, ist also noch teuer, aber bezahlbar.

Künstliches Fleisch als Problemlöser?

Nach einer Studie ist die Herstellung des Labor-Fleisches zwar aufwendig, es könne aber helfen, Probleme des Fleischkonsums mit Blick auf wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel und Tierschutz zu lösen. Auch meinen manche Forscher, das Kunstfleisch werde sogar gesünder sein, da die Inhaltsstoffe streng kontrolliert sind und so Verseuchungen mit Krankheitserregern ausgeschlossen werden können.

Auf Widerstand stößt es jedoch bei denjenigen, die auf Verringerung des Fleischkonsums und ökologischen Umbau der Landwirtschaft setzen. Sie befürchteten aber auch eine Entfremdung des Menschen von der Natur.

Auch ob künstlich erzeugtes Fleisch aus dem Labor für Veganer geeignet ist, darüber wird in nächster Zeit noch viel diskutiert werden. Denn viele Veganer haben sich für ihre Lebensweise entschieden, weil sie keine Tiere quälen lassen möchten. Da das Fleisch ohne Tierquälerei erzeugt werden kann, würde es womöglich akzeptiert werden. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass Labor-Fleisch als vegan bezeichnet wird, weil es trotz allem ein Tierprodukt wäre.

Wie entsteht
künstliches Fleisch
?

Für die Herstellung nutzt man Stammzellen aus dem Muskelgewebe von Kühen. Diese Prozedur ist für die Tiere quasi schmerzfrei – vergleichbar mit einer Blutabnahme. Aus einer einzigen Biopsie könne man theoretisch 20 000 Tonnen Laborfleisch züchten, sagen die Forscher. Sie lassen die Stammzellen aus dem Muskelgewebe der Kühe auf einer Nährlösung wachsen. Die Stammzellen entwickeln sich daraufhin selbstständig zu Muskelzellen und schließlich zu Muskelfasern, die unter dem Mikroskop nicht zu unterscheiden sind vom realen Fleisch.

Was ist im künstlichen Fleisch enthalten?

Inhaltsstoffe des In-Vitro-Fleischs sind zum einen Antibiotika, damit die Fleischkulturen nicht von Bakterien überfallen werden, und fetales Kälberserum für die Nährflüssigkeit der Muskelzellen. Auch wenn dies zunächst unschön klingt, sollte der Verbraucher bedenken, dass auch die Herstellung in der Schlachterei nicht immer ganz positiv klingt.

Die etwas einfachere Aufgabe wird die Erzeugung verarbeiteter Fleischwaren sein, wie Würste, Nuggets oder Burger. Ob man diese neue Innovation, wenn sie auf den Markt kommt, nutzen möchte, sollte schließlich jeder für sich selbst entscheiden.

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