• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region

Schüler schreiben für Durchblick: So steht es um die Schlachtbetriebe

09.07.2021

In den letzten Monaten wurde vielmals kritisch über Schlachtbetriebe berichtet, unter anderem auch über Goldschmaus aus Garrel. Was sagt das Unternehmen selbst?

Hinweis an die Leser

Dieser Beitrag, den Schülerinnen und Schüler formuliert haben, stellt eine Momentaufnahme aus der Corona-Pandemie dar – inklusive der damaligen Schließungen. Inzwischen wurden die Beschränkungen gelockert bzw. aufgehoben. Die Geschäftslage stellt sich heute völlig anders dar.

Frage: Wie hat sich Corona auf den Betrieb in Garrel ausgewirkt?

Dr. Gerald Otto: Die Pandemie hat von Beginn an den Tagesablauf im Unternehmen beeinflusst. Hygienemaßnahmen wurden erhöht und Testverfahren etabliert. Weitere Anstrengungen wurden im September 2020 getroffen, nachdem erste Infektionen bei Kollegen festgestellt wurden. In diesem Frühjahr, im März 2021, traten nochmals mehrere Infektionen auf. Es waren verschiedene Abteilungen betroffen und man konnte die Ursache nicht so sehr eingrenzen. Das könnte zum Beispiel mit der generellen Zunahme an Coronainfektionen im Frühjahr in Zusammenhang stehen, der dritten Welle.

Frage: Gab es Einschränkungen für die Schlachtung?

Otto: Ja, im Frühjahr dieses Jahres wurde die Kapazität für einige Wochen um ein Fünftel reduziert. In Summe wurden ungefähr 20 000 Schweine weniger geschlachtet als sonst. Dagegen hatten wir in den ersten beiden Wellen noch Glück. Andere Schlachthöfe konnten im Herbst nicht ihre normale Menge schlachten und es kam zu dem sogenannten Schweinestau. Landwirte konnten ihre Tiere nicht rechtzeitig verkaufen.

Frage: Welche Schutzmaßnahmen hat Goldschmaus ergriffen?

Otto: Natürlich arbeiten wir mit Abstand, Masken und auch Plexiglasscheiben als Trennung zwischen Arbeitsplätzen. Wir haben besondere Zugangskontrollen eingerichtet und ein Hygienezentrum mit Teststation gebaut. Es wird die Körpertemperatur gemessen, bevor man auf das Gelände darf und man muss bereits am Eingang gründlich die Hände waschen. Weiterhin wurden organisatorische Maßnahmen umgesetzt, sodass weniger Personalwechsel herrscht, wenn möglich gar keiner zwischen den einzelnen Abteilungen. Homeoffice wurde dort eingerichtet, wo es möglich ist und natürlich führen wir sehr viele Coronatests durch. Über mehrere Wochen wurden alle Mitarbeiter, etwa 1400 in Garrel, täglich getestet. Insgesamt also ein breites Maßnahmenpaket, um unsere Mitarbeiter zu schützen.

Frage: Nehmen die Kunden noch genauso viel Fleisch ab wie vor Corona und der Afrikanischen Schweinepest (ASP)?

Otto: Wir haben eine Kundenstruktur, die sehr unterschiedlich ist. Wir beliefern den Lebensmitteleinzelhandel, aber auch Verarbeiter, die Wurstwaren, Schinkenartikel oder Ähnliches aus dem Fleisch herstellen. Allerdings wird der größte Anteil, ungefähr die Hälfte der Ware, exportiert. Dieser Exportmarkt ist durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) massiv eingebrochen. Zum Beispiel nimmt China, das generell sehr viel Fleisch importiert, nun keine Ware mehr aus Deutschland an. Wir mussten uns andere Kunden in anderen Ländern suchen. Ein Land, auf das wir ausweichen konnten, ist zum Beispiel Chile. Nun gibt es aber nicht nur Waren, für die wir andere Märkte suchen konnten, sondern auch Teile vom Schwein, die jetzt gar keinen Markt mehr haben. Bestimmte Knochenartikel oder Fette müssen wir jetzt leider entsorgen, obwohl diese in anderen Ländern eine hohe Wertschätzung haben.

Frage: Wie blickt die Goldschmaus Gruppe in die Zukunft?

Otto: Wir ziehen unsere Zuversicht aus unserem integrierten System, das von Landwirten getragen wird. Unsere Stärke ist die Begleitung der Wertschöpfungskette Fleisch vom Bauern bis zur Ladentheke. In diesem System haben wir einen sehr guten Informationsaustausch mit unseren Landwirten und denken, dass sie sehr gut gerüstet sind für die Zukunft. Die aktuelle Situation ist jedoch sehr herausfordernd. Bei den Exportmärkten ist es wichtig, dass China wieder unsere Ware nimmt. Wir stellen uns vor, dass man Fleisch liefern darf, sofern es nicht aus betroffenen Regionen in Deutschland stammt. Man spricht hier von der sogenannten Regionalisierung. Das würde schon sehr stark helfen.

Dr. Gerald Otto ist Pressesprecher der Goldschmaus Gruppe. Das Interview wurde im April 2021 geführt.

Die Goldschmaus Gruppemit Sitz in Garrel (Kreis Cloppenburg) vereint die gesamte Wertschöpfungskette der Fleischerzeugung unter einem Dach.

Böseler Goldschmausist für die Schlachtung und Zerlegung zuständig. Im Jahr werden am Standort in Garrel rund 185 000 Tonnen Schweinefleisch verarbeitet. Zuletzt gab es unter den Beschäftigten Infektionen mit dem Corona-Virus.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.