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NWZonline.de Region

Zankapfel der freien Marktwirtschaft

27.06.2016

Ganderkesee „Wir würden es begrüßen“, antwortet Stefan Schnier, Geschäftsführer der MBB Palfinger GmbH, auf die Frage, wie das Ganderkeseer Unternehmen zu dem Freihandelsabkommen TTIP („Transatlantic Trade and Investement Partnership“) stehe. Eine kuriose Antwort, vergleicht man sie mit der häufigen Kritik, die vor allem in letzter Zeit an dem Vertrag, der zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa geschlossen werden soll, aufkam. Chlorhühnchen und genmanipulierte Nahrung sind zu Recht unsere Bedenken. Tatsächlich kann TTIP aber auch Vorteile bringen, beispielsweise für die Maschinenbaubranche der Region.

In der international tätigen MBB Palfinger GmbH werden vor allem Hubladebühnen für Lastwagen und Personeneinstiegssysteme hergestellt. Dabei verkaufe das Werk über 50 Prozent der Güter ins Ausland. Ein großer Anteil der Exportprodukte gehe in die USA.

„Doppelzertifizierungen sind eher kontraproduktiv“, betont Stefan Schnier. So gelten in Europa und in den Vereinigten Staaten unterschiedliche Standards der Produktausführungen. Die Angleichung koste im Schnitt etwa 5 bis 20 Prozent. Diese nichttarifären Handelshemmnisse könnten durch TTIP verringert werden. Andererseits sagt er zugleich, dass vor allem in den Bereichen Bedienung, Sicherheit und Qualitätstests der Ladebordwände ohnehin nach der strengen europäischen CE-Norm produziert werden müsse. Er vermutet, dass die Anpassung der Produktstandards mehr Einfluss auf die Personeneinstiegssysteme, haben könnte, für die in den USA strengere Vorschriften gelten würden.

Neben den Produktstandards könnte es ebenfalls für die Mobilität von Mitarbeitern einfacher werden. Bei einer Mitarbeiterin, die man für ein Jahr als Austausch zu einem weiteren Produktionsstandort in den USA schicken wollte, wäre dies aufgrund des schwer zu bekommenden Arbeitsvisums nicht möglich gewesen. Mit TTIP könnte diese Hürde möglicherweise gelockert werden, so die Einschätzung.

Weiterhin wird von Befürwortern des Abkommens oftmals aufgeführt, dass TTIP Arbeitsplätze schaffe. Derzeit seien etwa 15 bis 20 Prozent der Arbeitskräfte vom nordamerikanischen Markt direkt abhängig, schätzt Schnier. Ein vermehrter Handel, würde demnach auch zu mehr Arbeitsplätzen in dem Ganderkeseer Unternehmen führen.

Trotz der Vorteile bleibe das generell größere Produkthaftungsrisiko. Kunden in den USA könnten gegen das Unternehmen leichter den Rechtsweg beschreiten als Kunden in Deutschland. „Da reicht schon ein zu heißer Kaffeebecher aus, um eine ganze Fast-Food-Kette zu verklagen“.

Abschließend vermutet der Wirtschaftsingenieur, dass das Freihandelsabkommen nur leicht spürbar sein werde. Trotzdem sieht er ein Entgegenkommen als grundsätzlich gut an.

Ähnlich sieht es die Atlas Maschinen GmbH. Brahim Stitou, Geschäftsführer des Unternehmens in Ganderkesee, erklärt: „In den Vereinigten Staaten sind wir seit 2014 wieder vermehrt aktiv und sie spielen eine wichtige Rolle, die weiter ausgebaut wird“. Inwiefern TTIP das Unternehmen jedoch beeinflussen werde, bleibt unklar.

Vermutet wird vielmehr eine Veränderung der Produkte. Vor- und Nachteile bleiben somit Spekulation. „Es wird sich, falls es zu einem Abschluss kommt, in der Praxis zeigen.“

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