Edewecht - Eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art fand jetzt ihr Ende: Das seit Sommer 2009 an (fast) jedem Montag in den Räumlichkeiten der Evangelisch-methodistischen Kirche angebotene „Mittagessen für alle“ musste leider eingestellt werden, da sich für die vier Köchinnen Ingelore Bekaan, Hanna Brunßen, Christel Brunßen und Angelika Schulte keine Nachfolger gefunden haben.

Neben den Köchinnen beteiligte sich ein Team von rund zehn Mitarbeiterinnen an der Arbeit. Sie deckten abwechselnd die Tische, erledigten die Vorbereitungen für die Mahlzeiten und den abschließenden Abwasch.

Das Mittagessen, das für einen geringen Obolus jedem serviert wurde, habe sich einer großen Beliebtheit erfreut, sagte Pastor Gunter Blaschke bei der Verabschiedung des Teams. Zu Anfang, so Blaschke, hätten rund 30 Personen regelmäßig an den Mahlzeiten in der Edewechter Christuskirche teilgenommen. Schon bald habe sich allerdings herumgesprochen, dass das Essen in angenehmer Atmosphäre gut schmecke. So sei die Zahl der regelmäßigen Gäste auf bis zu 100 angestiegen – etwa 20 bis 25 Prozent Gemeindemitglieder. Es hätten sich im Laufe der Zeit sogar Stammtische gebildet.

Von den Köchinnen und den Helferinnen „wurde ein hohes Maß an ehrenamt­lichem Engagement geleistet“, lobte Blaschke. Insgesamt seien seit dem 15. Juni 2009 an 292 Montagen rund 18 400 Mittagessen gereicht worden.

Die Idee des gemeinschaftlichen guten Essens sei in Edewecht auf fruchtbaren Boden gefallen, betonte auch Bürgermeisterin Petra Lausch in einer Dankesansprache. Sie und viele Edewechter bedauerten es sehr, dass keine Nachfolger gefunden werden konnten. Der Gemeinschaft werde etwas fehlen, sagte Lausch.

Von Anfang an dabei waren die 39-jährige Sina Renken und der gleichaltrige Axel Rulfs aus Jeddeloh I. Die Gemeinschaft mit Jung und Alt bei einem immer schmackhaften Essen fanden sie besonders schön.

„Alles hat seine Zeit“, so Pastor Blaschke. Wenn das Mittagessen in seiner Blüte ende, so erfülle sich vielleicht auch eine kleine Weisheit: „Wenn das Essen am besten schmeckt, soll man aufhören.“