EDEWECHT - Erstmals hat die Edewechter Verwaltungsspitze auch öffentlich das Vorgehen des Rasteder Investors Matthias Decker bei der „Baureifmachung“ des Geländes am Roten Steinweg kritisiert. Der Rasteder hatte Anfang September als Bauvorbereitung auf einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern den dortigen Bestand an Besenheide beseitigen lassen in der Annahme, dass der Eingriff in die Kleinbiotope zum damaligen Zeitpunkt vom Flächennutzungsplan gedeckt gewesen sei.

Wie Bürgermeisterin Petra Lausch mitteilte, sei die betreffende Änderung des Flächennutzungsplanes allerdings erst später, nämlich am 26. September, in Kraft getreten. „Seitens der Verwaltung wird die Vorgehensweise des Investors ausdrücklich missbilligt. Wir gehen davon aus, dass sich Bürger und Investoren regelkonform verhalten“, betonte die Edewechter Bürgermeisterin. Gegen Decker und seine Firma Roter Steinweg GmbH & Co. KG wurde seitens der Verwaltung inzwischen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Wolfgang Seeger stellte stellvertretend für die CDU-Fraktion im Edewechter Rat heraus, dass er ebenfalls nicht mit den getroffenen Maßnahmen des Investors auf dem Seegrundstück einverstanden ist. Mitglieder der Bürgerinitiative „Roter Steinwegsee“ nutzten die Gelegenheit, im Rahmen der Einwohnerfragestunde ihre Bedenken gegen das Bauprojekt zu erneuern. „Wie will die Gemeinde überhaupt sicherstellen, dass die Bauauflagen, die an den Investor gestellt werden, von ihm auch erfüllt werden?“, fragte Prof. Dr. Ulrike Schleier, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, in die Runde im Edewechter Rathaus.

Einigkeit bestand bei den Ratsmitgliedern beim Thema Nachtragshaushalt der Gemeinde. Dieser sieht unter anderem eine wesentliche Einnahmeverbesserung im Verwaltungshaushalt durch die erhöhte Gewerbesteuer als auch durch einen verbesserten Gemeindeanteil an der Einkommensteuer vor. Nach Abzug der Gewerbesteuerumlage stehen aus beiden Positionen der Gemeinde fast 500 000 Euro zur Verfügung. Dadurch erhöht sich die so genannte Zuführung vom Verwaltungs- auf den Vermögenshaushalt auf jetzt 1,54 Millionen Euro. Gelder, die der Gemeinde nun für Projekte zur Verfügung stehen, etwa im Bereich Straßen- und Schulbau.

Allein rund 1,3 Millionen Euro sollen für Baumaßnahmen und Ausstattung an der Astrid-Lindgren-Schule ausgegeben werden, rund 20 000 Euro sind für eine Skateboardanlage eingeplant und mit einem Betrag von 650 000 Euro will die Gemeinde die Vegesacker Straße sanieren.

Ebenfalls einstimmig wurde vom Rat Gerold von Aschwege als Vertreter aus der Gemeinde Edewecht für den Behindertenbeirat des Landkreises Ammerland sowie Andreas Röben als sein Stellvertreter gewählt.