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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Edewecht

Mit 2000 Grad Stahl wie weiche Butter schneiden

14.09.2019

Jeddeloh Schaut man dieser Maschine durch die grün getönte Scheibe bei der Arbeit zu, ist nicht sofort klar, was hier gerade passiert. Ein etwa faustgroßes Gerät, das an den Kopf einer Bohrmaschine erinnert, saust über eine Metallplatte. An der Stelle, wo sich Platte und Kopf scheinbar berühren, leuchtet es gleißend. Ab und zu fliegen auch Funken in aller Richtungen.

„Das ist ein Diodenlaser“, erklärt Andre Wiechmann, Geschäftsführer von Wiechmann Ketten- und Kettenräderbau, Hinterm Rhaden 6, in Jeddeloh I. „Damit schneiden und gravieren wir Metallteile vollautomatisch.“ Bis zu vier Zentimeter dicken Edelstahl könne die Maschine, die fast so groß wie ein Raum in einem Haus ist, problemlos schneiden.

Tresore knacken

„Einen Tresor kann man damit aber nicht knacken“, erläutert Wiechmann weiter. Denn der würde nicht in die Maschine passen. „Es handelt sich bei diesem Modell um einen Flachbettlaser. Das heißt, dass wir nur schmale Metallplatten in die Maschine fahren können, aus denen dann zum Beispiel Einzelteile geschnitten werden.“ Dafür sei eine Temperatur von 1500 bis 2000 Grad Celsius nötig. Die Metallteile selbst würden aber nicht mehr als 60 Grad heiß.

Der Laser selbst habe eine Leistung von zehn Kilowatt. Überraschend dabei sei, dass der Laserstrahl selbst keine Temperatur habe. „Das ist ja nur Licht, das von Dioden erzeugt und auf eine Scheibe projiziert wird. Die so gebündelten Lichtstrahlen werden dann über einen Lichtwellenleiter in die Maschine übertragen und treffen dort auf das Metall, das an genau dieser Stelle schmilzt“, erklärt Wiechmann weiter. Ein Stickstoffgebläse entferne das flüssige Metall, so dass eine feine Schnittkante entstünde.

Laser bietet völlig neue Möglichkeiten

Seit 1998 werden Laser im Betrieb genutzt, um Metallteile zuzuschneiden. „Dadurch haben sich für unsere Kettenherstellung ganz neue Möglichkeiten ergeben“, sagt der Geschäftsführer. Darüber hinaus sei mit der Einführung des Lasers als Werkzeug ein neues Standbein für das Unternehmen entstanden. Denn nur etwa zehn Prozent der Laser-Arbeiten seien für den Eigenbedarf.

„Als sich damals rumgesprochen hat, dass wir den Laser haben, sind mit der Zeit immer mehr Unternehmen an uns herangetreten, um von uns Teile produzieren zu lassen“, erinnert sich Wiechmann. Dabei seien die Abnehmer aus völlig unterschiedlichen Branchen. „Wir habe Anfragen aus der Lebensmittelindustrie bekommen genau so wie Bestellungen aus dem Maschinen- oder Heizungsbau.“

Strom für 10 000 Euro

Mittlerweile stehen in Wiechmanns Unternehmen vier verschiedene Laser unterschiedlicher Leistung, die pro Monat für etwa 10 000 Euro Strom verbrauchen. Der modernste Laser hat eine Million Euro gekostet und ist noch relativ neu. „Nach einer gewissen Zeit werden die Laser ausgetauscht. Die alten Maschinen verkaufen wir dann weiter – ähnlich wie bei einem Auto“, berichtet Wiechmann, der auf eine Palette neben sich greift und ein Metallteil genauer betrachtet.

„Wenn man genau hinsieht, kann man die feinen Gravuren im Stahl erkennen“, sagt er. „Denn der Laser muss nicht immer mit voller Power arbeiten, er kann auch, wie hier, Maßeinheiten in den Stahl schreiben.“

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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