Westerscheps - Der Festumzug im Rahmen der „Groode ammersche Arntefier“ des Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps, der am 11. September stattfindet, setzt bei vielen Gruppen, Vereinen und Gemeinschaften immer wieder besondere Kräfte frei. „Einfach nur am Rande stehen und zuschauen, ist doch langweilig“, sagte sich Monika Soika. Seit gut 30 Jahren ist die Schepserin auf der aktiven Seite des Umzugs „mit unterschiedlichen Gruppen und Vereinen“ dabei.
Vor acht Jahren gründete sich der „Erntewagen-Club“ des Fischereivereins Scheps, wozu auch Monika Soika gehörte. Zusammen mit ihrem Mann Laurenz, Klaus und Hannelore Wittphal aus Ocholt, Andre und Rita Thiel, Karla und Edmund Olthoff sowie Karin und Adolf Klöver (alle aus Scheps) sorgte sie seitdem dafür, dass der Fischereiverein Scheps jährlich mit einem Themenwagen vertreten ist.
Heute gehören dem Kreis noch Hans-Jürgen und Edith Dowedeit sowie Liane und Jürgen Klinkebiel an, nicht zu vergessen Sebastian Schipper, der von Beginn an den Traktor fährt und deshalb jedes Mal aus Augustfehn angefahren kommt. Obwohl er kein Mitglied im Verein ist, lässt er sich dieses besondere Vergnügen nicht entgehen.
Natürlich beteiligt sich der „Erntewagen-Club“ jedes Jahr am Umzug, aber nur alle zwei Jahre mit einem offenen Motiv. In den anderen Jahren steht der Fischereiverein im Mittelpunkt. In diesem Jahr wird ein offenes Motiv präsentiert. „Es hat etwas mit der Verschwendung von Steuergeldern im öffentlichen Raum zu tun“, gibt der 1. Vorsitzende, Adolf Klöver, einen Tipp.
Mit ihren Motivwagen sorgte die Gruppe bereits in der Vergangenheit mit dem einen oder anderen Thema für Aufsehen, nicht nur mit dem „Haus Augenblick“. „Wir möchten mit unseren Motivwagen schon einen kritischen Blick auf Alltagssituationen werfen“, erklärt der 2. Vorsitzende Hans-Jürgen Dowedeit. Die Ideen zu den unterschiedlichen Themen entwickeln sich aus der Gruppe heraus.
Das Motto des diesjährigen Wagens stammt (wie bereits im vergangenen Jahr) von Edith Dowedeit, natürlich in Platt gehalten. Der Erhalt der plattdeutschen Sprache ist den Petri-Jüngern ebenfalls ein Anliegen. Und auch die Unterstützung der Arbeit des Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ wird mit dem Motivwagen belegt. „Wir sind zum Teil auch Mitglieder im Heimatverein. Dazu unterstützen wir uns in den Vereinen in Scheps schon immer untereinander“, sagt Jürgen Klinkebiel.
Die Mitglieder des „Erntewagen-Clubs“ freuen sich während des Umzugs auf die Kleinigkeiten, die besondere Freuden hervorrufen. Für Hans-Jürgen Dowedeit ist es der Augenblick, wenn bei der Deeken-Mühle Bewohnern des Seniorenheims, die dort den Umzug verfolgen, Fischschnitten gereicht werden. Monika Soika freut sich auf das Sammeln beim Start. „Man kennt so viele Leute.“
Alfred Klöver und Edmund Olthoff heben als besonderes Erlebnis das gemeinsame Frühstück der Gruppe vor dem Beginn des sieben Kilometer langen Umzugs hervor.
