Edewecht - Sie sind die Opfer von Krieg und Willkürherrschaft: Millionen Menschen sind infolge der zahlreichen politischen Krisen weltweit auf der Flucht und suchen einen Ort für einen Neuanfang, ein neues Zuhause.

Angesichts der rapide steigenden Flüchtlingszahlen sind nicht nur Bund und Land, sondern auch die Gemeinden gefordert: „Wir werden auch in Edewecht mehr Flüchtlinge als in der Vergangenheit aufnehmen müssen“, sind sich Bürgermeisterin Petra Lausch und Petra Knetemann vom Fachbereich Bildung, Bürgerservice und Soziales bei der Gemeinde Edewecht sicher. Wurden der Gemeinde im Juli dieses Jahres noch 40 Flüchtlinge zugewiesen, so rechnet man mit bei der nächsten Zuweisung mit 50 bis 55 Menschen.

Weitere Unterbringungsmöglichkeiten sind vonnöten. „Uns stehen in unseren beiden Einrichtungen an der Westerschepser Straße in Westerscheps und am Schepser Damm in Edewecht jeweils 34 Plätze zur Verfügung; 30 davon sind derzeit in Westerscheps belegt, 27 in Edewecht“, erläutert Knetemann. Bislang seien es junge Männer aus verschiedenen Nationen, die als Flüchtlinge nach Edewecht kämen und die, so Bürgermeisterin Petra Lausch, aufgrund schrecklicher Erfahrungen vielfach auch traumatisiert seien. Für immer mehr Flüchtlinge benötige man nicht nur Unterkünfte, sondern auch Strukturen für eine möglichst frühe Integration. Das könnten die Kommunen – wie auch der Städte- und Gemeindebund betone – ohne Unterstützung von Bund und Land nicht leisten. Notwendig sei es, so Lausch, Flüchtlinge erst aus den zentralen Aufnahmelagern den Kommunen zuzuweisen, wenn deren Status der Asylbewerber geklärt sei.

Die größte Barriere seien für Flüchtlinge fehlende Deutschkenntnisse, so Petra Knetemann. Auf ehrenamtlicher Basis würden in Edewecht bereits Pastor Gunter Blaschke, Hella Fittje-Oltmanns und Reinhold Wiehebrink Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten. Die Gemeinde, so Bürgermeisterin Lausch, wolle dieses Angebot ergänzen. Der Verwaltungsausschuss habe beschlossen, 4200 Euro für Sprachkurse zur Verfügung zu stellen, die man in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule für Flüchtlinge plane.

Auf Vorschlag der Gemeindejugendpflege wolle man für Flüchtlinge einen Freizeittreff und Freizeitmöglichkeiten anbieten. Erstmals ab nächster Woche wird mittwochs von 8.30 bis 11 Uhr das Edewechter Jugendzentrum für Flüchtlinge geöffnet, die dort Sportmöglichkeiten nutzen oder sich zum Tee oder Gesprächen treffen können.

Wer im Gemeindegebiet Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, den die Gemeinde für Flüchtlinge anmieten kann, oder wer gut erhaltene Fahrräder für Flüchtlinge hat, soll sich im Rathaus ( t   04405/9160) melden.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede