Westerscheps - Jörg Fittje steht im Eingangsbereich an der Kasse. Seine Aufgabe ist es an diesem Abend, die Besucher der Freiluftfete Westerscheps „abzustempeln“. Wer seinen Eintritt bezahlt hat, kann mit diesem Stempel auf der Hand zwischendurch das Veranstaltungsgelände verlassen und später wieder darauf zurückkehren.

Seit 1983 findet in Westerscheps die Freiluftfete statt, von der Landjugend Westerscheps ins Leben gerufen. Der Verein selbst wurde 1979 gegründet. War es am Anfang eher ein Provisorium an der Wüstingstraße, entwickelte es sich im Laufe der Jahrzehnte immer professioneller.

„Wir mussten über 50 ehrenamtliche Helfer finden, um die Fete überhaupt durchführen zu können“, erzählt Axel Kasper, Vorsitzender des Boßelvereins Westerscheps. Dieser kam erst einige Jahre später als Mitveranstalter dazu, wobei viele der Engagierten Mitglieder in beiden Vereinen sind.

Seit drei Jahren findet die Großveranstaltung auf dem Festplatz des Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ Wes­terscheps an der Moorstraße statt. Mit dem Osterschepser Gastwirt Hans-Georg Nemeyer wurde jemand gefunden, der sich um den Zeltbetrieb und die Imbiss- und Getränkestände kümmert.

„Heute abend sind wir nur fünf Personen. Unsere Aufgabe ist der Kassenbereich. Um alles andere müssen wir uns nicht mehr kümmern“, sagt Jörg Fittje.

Seinerzeit waren die Mitglieder der beiden ausrichtenden Vereine zeitlich wesentlich stärker belastet. „Da waren wir eine ganze Woche auf dem Platz. Ab Montag vor der Fete hatten wir mit dem Aufbau angefangen, bis zum anschließenden Montagabend musste alles wieder abgebaut sein“, erzählt Fittje. „Heute sind es nur noch zwei Tage für mich und ich finde auch die Zeit, mal über den Platz zu gehen und mir die Veranstaltung anzuschauen. Das war damals kaum möglich.“

Seit 1984 begleitet auch Johannes Wernke die Geschichte der Westerschepser Freiluftfete. Nur ein Jahr nach der Premiere durfte er mit dem „Hau den Lukas“ das Rahmenprogramm bereichern. „Natürlich habe ich in den über 30 Jahren einiges erlebt“, erzählt der heute 65-Jährige. Das Besondere an diesem Spaßangebot im Rahmen der Freiluftfete ist, dass hier die „Katholische Arbeitnehmerbewegung“ (KAB) dahinter steht. „Mit den Einnahmen unterstützen wir örtliche Projekte in Harkebrügge.“

An diesem Abend versuchen viele Besucher, ihre Kraft beim „Hau den Lukas“ unter Beweis zu stellen. Vielen gelingt es, einigen nicht. „Wer zu betrunken ist, bekommt hier keinen Hammer in die Hand. Wir müssen hier auch an die Gesundheit der Besucher denken“, sagt Wernke.

Mit der Resonanz am Samstag sind die Organisatoren zufrieden. „Das Ergebnis vom letzten Jahr sollte wieder erreicht werden“, war eine Zielvorgabe von Axel Kasper. Da das Wetter mitspielt, haben sich sehr viele Besucher unterschiedlichen Alters nach Westerscheps aufgemacht, um hier zu der Musik der Compact-Disco, die mit Erwin Hauptmann ebenfalls seit Anfang an dabei ist, bis 5 Uhr morgens richtig abzufeiern.