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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Edewecht

Ehrenamt: 62 Jahre im Vereinsvorstand

03.09.2019

Wildenloh „Hallo, schreiben Sie nur keinen Roman über mich.“ Anna Pophanken, von allen nicht nur im Schützenverein (SV) Wildenloh auch „Anni“ genannt, ist doch recht zurückhaltend. Dabei hätte sie allen Grund, sich feiern zu lassen: Nach 62 Jahren Vorstandsarbeit als Schriftführerin im SV Wildenloh ist sie in diesem Frühjahr von ihrem Posten zurückgetreten.

„Bis heute habe ich zu Hause keinen Computer“, erzählt die jetzt 85-Jährige. „Alles wurde händisch erledigt.“ Dem digitalen Lauf der Zeit konnte sie sich allerdings nicht verschließen. In den letzten Jahren machte sie zwar die Schreiben zu verschiedenen Einladungen und einiges mehr fertig, überließ sie dann aber Christian Böhme, der sie per Rechner verschickte.

„Sie hat bis heute eine schöne Handschrift“, betont Enkelin Antonia Pophanken. Auch wenn ihre Oma das jetzt infrage stellt, auch wegen ihres Alters, bleibt Antonia bei ihrer Einschätzung. Anna hat mit der Übernahme ihrer Vorstandsfunktion 1956 als Schriftführerin mehr bewirkt, als heute überhaupt noch wahrgenommen wird. Und das nicht nur wegen ihrer schönen Handschrift.

„Damals gingen unsere Männer immer am Freitag zum Schießen bei Kracke, wo die Schießanlage war“, erzählt die rüstige Rentnerin. „Und wir Frauen sollten zu Hause bleiben.“ Nicht nur sie, sondern auch andere Frauen sagten sich, dann gehen wir doch einfach einmal dorthin mit. Die Männer in Wildenloh hatten nichts dagegen, ihre „Flintenweiber“ mitschießen zu lassen. So kam es noch 1956, auf Initiative von Anna Pophanken und weiteren mutigen Frauen, zur Gründung der ersten Damenabteilung in einem Ammerländer Schützenverein.

Während ihrer 62-jährigen Mitgliedschaft im SV Wildenloh, der als Symbol einen Pfau als Wappen trägt, wurde Anna Pophanken nie Schützenkönigin. Was sie allerdings auch nicht ärgerte. Ihre Mitarbeit im Vorstand war ihr besonders wichtig, und auch jetzt, nach gut fünf Monaten Abstand, hat sie sich noch nicht gänzlich davon gelöst.

„Wir haben noch etwas Geld in der Kasse. Davon lässt sich ein Blumenstrauß kaufen“, teilt sie ihrer Enkelin mit. Als nun ehemalige Schriftführerin weiß sie auch jetzt noch, worauf zu achten ist. „Ihr Wissen nehme ich gern an, ich kann davon nur lernen“, so Antonia, die das Schriftführer-Amt von ihrer Oma übernommen hat. „Natürlich will ich versuchen, diese Sachen allein hinzubekommen, ich werde sie aber auch bei der einen oder anderen Sache noch Fragen müssen“, ist sich die 18-Jährige sicher. Ihre Oma nickt dazu. Vieles bleibt dabei in der Familie, weil Sohn und Vater Thorsten Präsident des Vereins ist.

Auszeichnungen der verschiedenen Schützenvereinigungen hat Anni ausreichend erhalten, sie ist Ehrenmitglied im Ammerländer Schützenbund und hat den Ehrenbrief in Gold vom Nordwestdeutschen-Schützenbund erhalten. Das war allerdings für ihre 50-jährige Tätigkeit in der Vorstandsarbeit. Danach fehlen allerdings die Auszeichnungen für eine streitbare Frau, die mit ihrem jahrzehntelangen Engagement im Ammerland und vielleicht auch darüber hinaus viel getan und erreicht hat – nicht nur für ihr Geschlecht .

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