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NWZonline.de Sport Weitere Eishockey

Die Spürnase des deutschen Eishockeys

24.10.2019

Bremerhaven Die Spürnase von Alfred Prey (65) ist in Eishockey-Deutschland berüchtigt. Wenn der Teammanager und Kader-Bastler der Fischtown Pinguins einen Spieler an der Angel hat, dann horcht die Konkurrenz auf. Das Bremerhavener Urgestein, seit über 30 Jahren im Verein, hat auch in diesem Jahr wieder aus der Mannschaft mit dem kleinsten Etat in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen Playoff-Anwärter zusammengestellt.

„Wir bleiben dennoch bescheiden. Wir sind die weiterhin die Fischtown Pinguins“, erklärt Prey im Gespräch mit der NWZ. Mit Platz drei nach einem Viertel der Saison gehören die Pinguins aber auch im vierten Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse einmal mehr zu den positiven Erscheinungen der Liga.

„Top-Job gemacht“

„Alfred Prey hat einen Top-Job gemacht“, lobte Fischtown-Trainer Thomas Popiesch (54) seinen kongenialen Partner für den Kader der Saison 2019/20. Trotz wieder einmal namhafter Abgänge, wie beispielsweise Chad Nehring, hat Pinguins-Macher Prey eine Mannschaft gestaltet, die die Fans wieder von den Playoffs träumen lässt. „Wir haben bei unseren Verpflichtungen aber auch Glück gehabt“, betont Prey. Doch auch sein Näschen scheint ihn nicht getäuscht zu haben.

Denn mit dem Norweger Stefan Espeland scheint den Pinguins wieder ein perfekter Griff gelungen zu sein. Mit vier Toren und fünf Vorlagen ist der 29-Jährige bislang der viertoffensivstärkste DEL-Verteidiger. „Bevor wir jemanden verpflichten, suchen wir den persönlichen Kontakt. Geschäftsführer Hauke Hasselbring und ich sind extra nach Oslo gefahren und haben ihm alles über die Stadt erzählt.“

Andere Teams aus der DEL hatten Espeland nicht auf dem Zettel. Die gucken sich in anderen Ligen, meist in Nordamerika um. „Aber da muss man mehr Geld auf den Tisch legen“, erklärt Prey. „Und wir sind das Risiko eingegangen, Espeland zu holen.“ Und wurden mit neun Scorer-Punkten sehr schnell belohnt.

Denn im Gegensatz zur zahlungskräftigeren Konkurrenz haben die Fischtown Pinguins nicht das erste Spieler-Regal im Visier. „Wir haben den europäischen Markt im Blick. Wir haben Spieler aus Slowenien, Polen oder Norwegen geholt. Auch in Dänemark sind wir schon oft fündig geworden.“, sagt Prey.

Vorreiterrolle

Und mittlerweile haben die Bremerhavener durch ihre Präsenz und dem Know-How in den kleineren Eishockey-Ländern eine Art Vorreiterrolle übernommen. „Es ist für uns schon einfacher dort geworden, Spieler zu verpflichten“, bestätigt Prey.

Aber auch, weil Spieler gesehen haben, dass die Pinguins ein gutes Karriere-Sprungbrett sein können. Nicholas Jensen kam 2017 aus der Nähe von Kopenhagen nach Norddeutschland. Nach zwei guten Jahren unter Coach Popiesch unterschrieb der Verteidiger im Sommer einen lukrativeren Vertrag bei der Düsseldorfer EG. Eine Win-Win-Situation, meint Prey. „Der Spieler steigert seinen Marktwert, wir haben eine Zeit lang einen guten Spieler und es ist gleichzeitig eine gute Werbemaßnahme für uns“, erklärt Prey. An diesem Freitag (19.30 Uhr) kommt Jensen wieder in die Eisarena nach Bremerhaven – erstmals als Gegner.

Auch Stürmer Jan Urbas (30) ist ein gutes Beispiel für Hartnäckigkeit und beschreibt das gute Gespür für neue Spieler. In früheren Jahren scheiterte der Slowene in der DEL und wechselte über Schweden und Klagenfurt nach Villach. Aufgrund guter Kontakte nach Österreich lotste Prey den Torjäger nach Bremerhaven. Dort gehört Urbas seit über zwei Jahren zu den treffsichersten Schützen und ist laut Prey „eine feste Größe“.

Routiniers kommen gern

Gerade für ältere Profis ist die Seestadt noch einmal eine Art Neuanfang. Torhüter Tomas Pöpperle (35), der am vergangenen Sonntag beim 4:0-Auswärtssieg in Augsburg überragte und zu den besten DEL-Goalies zählt, ist Bremerhaven ein sogenanntes „Last Exit“. Noch einmal in der Karriere einen Sprung wagen lautet das Motto. Pöpperle war zuvor jahrelang Keeper beim tschechischen Top-Club Sparta Prag – eine andere Mannschaft im Eishockey-Land kam für ihn nicht in Frage. „Der Wechsel hat ihm gut getan“, meint Prey.

Und wahrscheinlich hat der Bremerhavener Kult-Manager schon das nächste Schnäppchen im Visier. Als die NWZ Prey erreichte, befand er sich gerade nach einer Spielerbeobachtung auf dem Rückweg aus Dänemark.

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