Wilhelmshaven/Sande - Sowohl mit Nostalgie als auch mit nach vorn gerichtetem Blick wird im Raum Wilhelmshaven/Friesland wieder Eishockey gespielt. Am Freitag, 2. Oktober, bestreitet der EC Wilhelmshaven-Friesland, der sich selber nur ECW abkürzt, in der Eishalle in Sande um 19.30 Uhr ein Testspiel gegen den Regionalligisten Weserstars Bremen. Am 23. Oktober folgt das erste Punktspiel in der Landesliga (5. Liga). Gegner ist dann die 1b des Adendorfer EC.
„Wir freuen uns unglaublich, dass es wieder losgeht“, sagt ECW-Sprecher Thorsten Blank: „Auch das Umfeld mit den vielen Fans ist wieder heiß auf Eishockey.“
Über Jahre hinweg wurde – begleitet von Um- und Neugründungen – in Wilhelmshaven höherklassig Eishockey gespielt, zeitweise sogar in der 2. Bundesliga. Besonders in Erinnerung geblieben sind vielen Fans die Derbys mit dem REV Bremerhaven (aus dem Verein gingen die Fischtown Pinguins hervor, die seit Jahren in der 2. Bundesliga spielen). Nachdem die marode und später abgerissene Eishalle in Wilhelmshaven nicht mehr zur Verfügung gestanden hatte, nutzte der Verein noch ein Jahr lang die Eishalle in Bremen als Heimspielstätte. Diese Kooperation endete aber 2006 und Wilhelmshaven verschwand von der Eishockey-Landkarte. Die Partie am 2. Oktober ist somit die erste des ECW seit rund neun Jahren.
In der privat betriebenen Halle in Sande hat der ECW eine Heimat gefunden. Da die Spielfläche aber sechs Meter zu kurz ist, nimmt der Verein mit einer Ausnahmegenehmigung am Spielbetrieb teil. Mitte 2016 sollen dann die fehlenden Meter ergänzt werden.
Um gut ausgerüstet in der Landesliga spielen und die Hallenmiete für Trainings- und Spielzeiten zahlen zu können, ist bereits ein hoher fünfstelliger Betrag nötig. Zuschauereinnahmen sind ein wichtiger Teil, um die Kosten tragen zu können. „Wir rechnen bei Heimspielen mit mehreren Hundert Besuchern“, sagt Blank: „Außerdem haben wir mehrere Sponsoren für unser Projekt begeistern können.“
Trainiert werden die Spieler, die sich wie einst „Jadehaie“ nennen, wiederum von Sergej Yashin. Der 53-jährige Russe war gegen Ende seiner Spielerkarriere schon in Wilhelmshaven aktiv und stand danach auch schon mehrere Jahre an der Bande. Seine Biografie ist beeindruckend: Er war in den 1980er-Jahren sowjetischer Nationalspieler und gewann 1988 mit der „Sbornaja“ („Auswahl“) bei den Olympischen Winterspielen in Calgary die Goldmedaille. Zu seinem ECW-Kader zählen viele Akteure, die bereits vor Jahren in der Region aktiv waren.

