HANNOVER - Als Sascha Gocs gefürchteter Hammerschuss nach 97 Sekunden der Verlängerung die Hannover Scorpions zum ersten Mal ins Finale der Deutschen Eishockey Liga katapultiert hatte, gab es kein Halten mehr. Knapp 7000 Fans sprangen von ihren Sitzen und feierten die hartgesottenen Eishockey-Profis, die vor lauter Glück wie kleine Jungs über das Eis hüpften. „Jetzt wollen wir den Titel“, jubelte Goc nach dem 5:4 im dritten Halbfinale am Dienstag gegen Ingolstadt.
Abschied nach vier Jahren
Während die Spieler die Party nach mehreren Ehrenrunden und Gesangseinlagen in die Kabine verlegten, genoss Trainer Hans Zach den größten Erfolg der Club-Geschichte im Stillen. „Ich freue mich riesig für die Mannschaft und für die Fans, dass sie so etwas erleben dürfen“, erklärte der 61-jährige Vater des Erfolgs, für den am Ende der Saison nach vier Jahren in Hannover Schluss ist.
Vor Trainer-Ikone Zach steht bereits seine sechste Finalserie. Dass er zum Abschluss seiner DEL-Karriere und 17 Jahre nach seinem bisher letzten von drei Titeln mit Düsseldorf nun mit den Scorpions noch mal nach der Meisterschaft greift, grenzt an ein kleines Wunder. „Das ist unglaublich, wie ein Märchen“, sagte Hannovers Stürmer Klaus Kathan.
Halbfinal-Aus im Vorjahr
Vor der Saison standen die Vorzeichen schlecht. Die Spielzeit 2008/2009, in der Hannover lange die Tabelle angeführt hatte, am Ende als Vorrundenzweiter im Halbfinale aber in fünf Spielen an Düsseldorf gescheitert war, schien kaum wiederholbar und noch weniger zu übertreffen. „Wir waren nicht gerade euphorisch“, bekannte Kathan. Hallen- und Scorpions-Besitzer Günter Papenburg hatte nach monatelangem Hickhack seine finanzielle Unterstützung reduziert. Der Etat wurde kräftig abgespeckt, und dass überhaupt weiter Eishockey gespielt wurde, war nur einem Gehaltsverzicht der Spieler zu verdanken. Zudem schien die Mannschaft nach dem Abgang von Top-Scorer Eric Schneider nach Frankfurt arg geschwächt. Doch der Teamgeist blieb intakt. „Die ganze Situation hat uns zusammen geschweißt“, sagte Kathan.
Wechsel zum DEB möglich
Um Zach gibt es derweil Gerüchte, er könnte Nachfolger von Bundestrainer Uwe Krupp werden, falls dieser nach der Heim-WM (7. bis 23. Mai) seinen Stuhl räumt. „Wenn jemand etwas von mir will, dann wird er mit mir sprechen. Und ich werde denen erklären, was ich mache und was ich nicht mache“, sagte Zach, der die Nationalmannschaft bereits von 1998 bis 2004 betreute.
Ein Verbleib in Hannover ist dagegen ausgeschlossen, denn der Wolfsburger Coach Toni Krinner steht bereits als Nachfolger fest.
