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NWZonline.de Sport Weitere Eishockey

Müde Münchner fordern fitte Adler

18.04.2019

München Nach achteinhalb Stunden „Wahnsinn“ auf dem Eis ließen sich die müden Halbfinal-Helden vom EHC München vom „Würschtlmo“ aufpäppeln. Am rollenden Grill-Wohnwagen, der extra aus Garmisch-Partenkirchen bestellt worden war, stärkten sich die Eishockeyspieler am Mittwochmittag mit viel Fleisch. Danach stiegen sie in den Bus Richtung Mannheim. Dort findet nur zwei Tage nach dem Ende der dramatischen Halbfinal-Serie gegen die Augsburger Panther das erste Finalspiel gegen ausgeruhte Adler statt.

„Das wird eine riesige Herausforderung“, sagte Münchens Meistertrainer Don Jackson vor dem ersten Titel-Showdown der zwei besten deutschen Eishockeyteams an diesem Donnerstag (19.30 Uhr/Sport 1): „Ich denke, sie sind fit und warten auf uns.“ Und wie! Nach einer Woche Spielpause wollen die Adler Mannheim endlich wieder aufs Eis. „Wir gehen mit breiter Brust ins Finale, wissen aber, dass wir uns steigern und die Spannung hochhalten müssen“, sagte Adler-Kapitän Marcus Kink.

Es ist strittig, wer in der Best-of-Seven-Serie zwischen den beiden Hauptrundenbesten mit insgesamt zwölf Olympia-Helden im Vorteil ist: Die Mannheimer, die nach dem lockeren 4:0-Halbfinalsieg gegen die Kölner Haie zwar neue Kraft tanken konnten, aber eben auch aus dem Rhythmus kamen. Oder die Münchner, die gegen zähe Augsburger zwar in sieben Spielen bis an ihre Belastungsgrenze gehen mussten, aber durch das Happy End nach dem 2:0-Erfolg am Dienstagabend psychologisch im Vorteil sein könnten.

„Das kann man nie wissen, jeder Spieler geht anders damit um“, sagt Jackson. Sein Stürmer Mads Christensen sieht die längere Pause für die Mannheimer zwar als Vorteil, „aber wir können den Schwung mitnehmen.“ Christensen meint: „Ich weiß nicht, ob wir der Underdog sind. Wir sind auf jeden Fall bereit.“

Das bewies der Meister der vergangenen drei Jahre auch im Halbfinale gegen Augsburg, das mit insgesamt 504 Minuten und 46 Sekunden Spielzeit als längste Play-off-Serie in die Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einging. „Die ganze Serie“, meinte Torhüter Danny aus den Birken, „war der Wahnsinn“. Und voller Rekorde. Die Münchner gewannen ihr elftes Play-off-Duell in Folge und erreichten zum vierten Mal hintereinander das Finale. Coach Jackson zog nach DEL-Spielen mit Trainer-Ikone Hans Zach gleich (838). Goalie Aus den Birken gelang mit dem 2:0 zum Abschluss sein 45. Shutout in der Liga. Alles Bestmarken.

Doch das Selbstvertrauen beim Hauptrundengewinner aus Mannheim ist ebenfalls groß. Die Frage ist nur: Wie viel Spannung hat die einwöchige Pause gekostet? „Die Trainer haben die Vorbereitung in den vergangenen Tagen sehr gut aufgebaut“, sagte Stürmer Matthias Plachta dem „Mannheimer Morgen“: „Der Spaß kam jedoch nicht zu kurz.“

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