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NWZonline.de Sport Weitere Eishockey

Nationenwechsel für die Karriere

17.02.2018

Pyeongchang Nach zwölf Jahren ist Biathlet Michael Rösch zurück bei den Olympischen Winterspielen. 2006 holte der Sachse mit der deutschen Staffel Gold, in Pyeongchang startet er für Belgien. Nationen-Hopping ist längst an der Tagesordnung, wenn der Traum von den fünf Ringen wahr werden soll.

Am Donnerstag erst raste Ted-Jan Bloemen im kanadischen Trikot im Eisschnelllauf zur Goldmedaille über 10 000 Meter, während der niederländische Star Sven Kramer einen fürchterlichen Einbruch erlitt. Bloemen? Ja, richtig. Jener Bloemen, der in Leiderdorp in den Niederlanden geboren wurde und der vor vier Jahren als zu schlecht für das Nationalteam galt. Aussortiert aus der auf Medaillen abonnierten Vorzeigesparte der Holländer. Als letzter Ausweg blieb dem mitunter als trainingsfaul geltenden Kufenstar der Nationenwechsel. Schließlich ist sein Vater im kanadischen Bathurst geboren.

Aber auch Deutschland hat vom Nationen-Hopping profitiert. Die erste deutsche Goldmedaille im Paarlauf seit 66 Jahren hat eine französische Note. Bruno Massot nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an, um mit Aljona Savchenko auf olympischer Bühne zu brillieren. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zwischen dem deutschen Verband und dem französischen. Fast eineinhalb Jahre musste Massot warten, bis er Ende 2015 die Freigabe hatte. Dazwischen lagen für den Wahl-Oberstdorfer große Zukunftsängste und finanzielle Sorgen. „Ich bin Franzose, und ich habe es geliebt, für Frankreich zu laufen. Ich laufe jetzt für Deutschland, weil ich an meine Karriere denken musste“, erklärt Massot. Das Angebot, mit Superstar Savchenko zu starten, sei für den Eiskunstläufer einfach zu lukrativ gewesen. Es war aber ein harter Weg, erst im November 2017 erhielt er deutschen Pass, weil er mit dem Einbürgerungstest so seine Probleme hatte.

Das kennt Rodlerin Aileen Frisch nur zu gut, schließlich ging es bei ihr um die südkoreanische Staatsbürgerschaft. Die frühere Junioren-Weltmeisterin hatte mangels Perspektive mit ihrer sportlichen Karriere schon abgeschlossen, ehe der Anruf vom Verband aus Fernost kam. Größtes Hindernis war für die Sächsin der Test für eine Einbürgerung. Das Singen der südkoreanischen Hymne gehörte dazu, und auch ein 20-minütiger Test zur Kultur und Geschichte des Landes.

Den musste auch der amerikanische Eishockey-Profi Mike Testwuide bestehen, ehe er für die Gastgeber auf das Eis durfte. „Ich musste richtig dafür üben. Hätte ich denselben Test über die amerikanische Geschichte machen müssen, wäre ich vielleicht durchgefallen“, berichtete er. Der 26-Jährige ist einer von sieben Nordamerikanern, die für Südkorea spielen.

Biathlet Michael Rösch wird nach seinem Nationenwechsel wohl keine Chance auf eine weitere Olympische Medaille haben. „Ich genieße es einfach“, sagt er: „Und bin am Ende nur stolz, wieder am Start zu sein.“

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