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NWZonline.de Sport Weitere Eishockey

Eishockey: Grabstein aus Pappe: Straubing legt sich mit DEL an

14.02.2019

Straubing Im deutschen Eishockey fühlt man sich zurzeit wie in einem Asterix-Comic: Ein „gallisches Dorf“ wehrt sich gegen die scheinbare Willkür des Herrschers. Gemeint sind die Tigers aus dem 45 000-Einwohner-Städtchen Straubing in Bayern, die sich mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) angelegt haben.

Dafür wurden die Tigers nun „wegen unsportlichen und ligaschädigenden Verhaltens“ zu einer Geldstrafe in unbekannter Höhe verurteilt.

Was war passiert? Am Rande des Heimspiels am 25. Januar gegen die Adler Mannheim hatte Maskottchen „Tigo“, gekleidet in schwarzer Kutte, einen Sarg und einen Grabstein aus Pappe und Plastik auf dem Eis präsentiert. Entsprechend der Aufschriften trug das Maskottchen den „fairen Sport“, die „Transparenz“ und „Glaubwürdigkeit“ zu Grabe. Besonders makaber war der Zusatz „Powered by TB“ – also mit den Initialen von Tino Boos, dem Vorsitzenden des Disziplinarausschusses der DEL.

Neben dieser Aktion sanktionierte der DEL-Aufsichtsrat auch das Verhalten von Hubert Stahl. Der Maschinenbau-Unternehmer ist einer von vielen Tigers-Gesellschaftern und hatte in zwei offenen Briefen an die DEL seinen Frust über die seiner Meinung nach eklatante Ungleichbehandlung bei Sperren zum Ausdruck gebracht – und damit nicht nur bei Straubing-Fans einen Nerv getroffen. Eine von der DEL angebotene Telefonkonferenz zur Schlichtung lehnte Stahl ab.

Auslöser des Streits war das Derby der Tigers gegen Meister EHC München am 20. Januar: Münchens Patrick Hager streckte Tigers-Verteidiger Fredrik Eriksson mit einem üblen Kniecheck nieder. Der Schwede blieb Minuten auf dem Eis liegen und fällt seither mit einer Knieverletzung aus. Hager kassierte für sein Foul zwar eine Spieldauer-Strafe, doch der Disziplinarausschuss verzichtete im Nachgang auf eine weiterführende Sperre.

Für Stahl ein Unding, zumal ein Straubinger Spieler in dieser Saison für ein ähnliches Vergehen und zwei seiner Profis für Faustkämpfe ohne Verletzungsfolge mit nachträglichen Sperren und Geldstrafen belegt worden waren. Stahl wittert eine Verschwörung: „Ist es der Versuch, kleine Vereine wie Straubing klein zu halten und finanziell stärkeren Vereinen wie München möglichst wenig Steine in den Weg zu legen?“

Im Fall Hager verwies die DEL auf seinen „Standard bei Checks mit dem Knie“, der zuletzt im November von der Sportkommission einstimmig beschlossen worden war.

Die Straubing-Fans beruhigt das nicht, zuletzt hing im Eisstadion am Pulverturm das Spruchband: „Eishockeymafia DEL“.

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