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Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
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Aktualisiert vor 17 Minuten.

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Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Sport Weitere Eishockey

Ungewöhnliche Rechen-Regel bescherte Bronze

12.02.2016

München Es war eine Winzigkeit, die dem deutschen Eishockey zu einer Sternstunde verhalf, und keiner ahnte etwas von diesem berühmt gewordenen Faktor 0,041. „Es war mucksmäuschenstill in der Kabine“, erzählt Alois Schloder in einer Film-Dokumentation über die Stimmung nach dem 4:1 gegen die USA im entscheidenden Spiel bei Olympia 1976. „0,041 – Das Eishockey-Wunder von Innsbruck“, erinnert an den bislang größten deutschen Erfolg und ist an diesem Sonnabend (17 Uhr) im Bayerischen Rundfunk zu sehen.

„Es war Totenstimmung“, sagt der heutige DEB-Präsident Franz Reindl. Der Landshuter Schloder war damals der Kapitän dieser besonderen Mannschaft um Erich Kühnhackl, die sich vor 40 Jahren, am 14. Februar 1976, in den ersten Minuten nach dem USA-Spiel von ihrem Traum von einer Olympia-Medaille schon verabschiedet hatte. Alle waren sich mehr oder weniger sicher: dieser Sieg hatte nicht gereicht. „Wir sind so reingegangen, dass wir vier Tore Unterschied brauchen“, erinnert sich Schloder. Es waren nur drei, also ein Treffer zu wenig. Finnland, dachten alle, nicht Deutschland, hatte Bronze.

„Schade, schade, schade“, schloss Kommentator Kurt Lavall seine Live-Reportage im ZDF. Aber dann bekam Reindl ein Gespräch vor der Kabine mit. Ganz sicher, hieß es da: Bronze geht an Deutschland. Reindl setzte sich mit einem Grinsen zurück auf seinen Platz. Aber wie ging das? Deutschland, Finnland und die USA lagen nach Punkten gleichauf, die Finnen hatten im direkten Vergleich die beste Tordifferenz. Das Kampfgericht zog bei gleicher Tordifferenz nicht die mehr geschossenen Treffer heran, sondern den Torquotienten. Bei Finnland 9 geteilt durch 8 gleich 1,125, bei der DEB-Auswahl 7 geteilt durch 6 gleich 1,166. Das Team des damaligen Bundestrainers Xaver Unsinn (1929 - 2012) hatte dadurch den entscheidenden Vorteil von 0,041 und feierte diesen historischen Coup. „Torquotient, das hat gar keiner von uns schreiben können“, lacht Schloder.

Es war aber nicht nur dieser Regelkniff, der den Deutschen das Wunder ermöglichte. Die Schweden fehlten beim olympischen Turnier, auch die Kanadier waren nicht dabei. Und so standen die deutschen Puckjäger neben der Sowjetunion und der Tschechoslowakei auf dem Podium – eigentlich deplatziert. „Als deutscher Spieler neben den Russen und Tschechen, das muss man sich mal vorstellen“, sagt Schloder noch immer ungläubig.

Und dabei hätte Willi Daume, der damalige Chef des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), die Mannschaft am liebsten daheim gelassen. In der Olympia-Vorbereitung hatte das DEB-Team peinliche Niederlagen gegen Polen und Rumänien kassiert. Die Kritik war heftig. Ein paar Wochen später schimpften die Leute nicht mehr, sie bejubelten ihre Olympia-Helden. Klaus „Butzi“ Auhuber findet: „Wir waren zuerst Touristen, dann haben wir Bronze geholt.“

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