Elsfleth - „Wenn die Oldenburger ihren Kramermarkt feiern, reden sie von der 5. Jahreszeit. Hier in Elsfleth begnügen wir uns mit drei tollen Tagen“, stellte am Sonnabendnachmittag im Festzelt an der Kaje Elsfleths Bürgermeisterin Traute von der Kammer fest. Bereits bei dieser Erkenntnis brummte es im Zelt und in der Budenstadt zwischen Autoscooter, Break-Dance-Fahrgeschäft und Kinderkarussell am Hunteufer.

Der erste der drei tollen Tage des 179. Elsflether Krammarkts begann mit dem Festumzug, der am Parkplatz an der Stadthalle startete. Nur kurz aufgehalten wurde er auf der Weserstraße durch die Blockade eines Elsflether Musikzuges. Die Blockierer machten damit auf die Unstimmigkeiten zwischen den drei Musikzügen und der Stadt aufmerksam.

Wie bereits im vergangenen Jahr, nahmen die Musikzüge nicht am Festumzug teil. „Wir haben vereinbart, die Probleme demnächst am runden Tisch zu besprechen“, sagte dazu der Elsflether Ratsherr Sven Semprich (CDU).

17 fantasievoll geschmückte und ausgerüstete Festwagen und vier Fußgruppen hatten aktuelle und lokale Themen ins Visier genommen. „Autofahrers Leid ist des Scheichs Freud“ stellten die Superreichen aus dem Orient samt ihrer Haremsdamen fest. Angesichts der Spritpreise wurden auf einem anderen Wagen selbst die zipfelbemützten „Langschläfer“ munter.

Selbst zwielichtige Nachtschattengewächse wagten sich ans Tageslicht und bekannten: „Schwere Jungs und leichte Mädchen schmücken heute dieses Städtchen“. Nebenan hatten die Kollegen der Panzerknackergang ausnahmsweise Freigang zum Krammarktumzug. „Mittenmang im Mais“ war die Sicht auf die Ratsdamen, Ratsherren und Bürgermeisterin auf deren Festwagen etwas eingeschränkt. Es wurde aber versichert, dass man nach der Krammarkt-Ratssitzung nichts zu verbergen hätte. Auf ihre „olympischen Disziplinen“ wies die Gemeinschaft Fünfhausen hin; am Sonnabend hieß die bevorzugte Sportart: „Stemmen von Biergläsern“. Die quietschbunten Hippiemädchen vom ETB bevorzugten als Stimmungsbeschleuniger eine selbst gedrehte Tüte. „Aber ohne Inhalt“, versicherten die Mädels.

Auch wenn die Menge der Schaulustigen an der Kreuzung B 212 und Nordermoorer Hellmer im Gegensatz zu den vergangenen Jahren eher spärlich ausfiel, beim Zug durch die Straßen standen die Elsflether dicht an dicht Spalier und fingen pfundweise Süßigkeiten auf.

Der 1. Preis (70 Euro) für den besten Festwagen ging an den Gewerbe- und Handelsverein, der 2. an die Fahrschule Meier und Reimer (55 Euro) und der 3. an die Gemeinschaft Fünfhausen (45 Euro).