• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Elsfleth

„Jetzt bin ich also Jüdin“

30.11.2017

Elsfleth Zu einer Lesung im Rahmen der 6. Berner Bücherwochen hatten der Initiator der Berner Bücherwochen, Reinhard Rakow, und die Elsflether Buchhändlerin Heide Witting-Fries in die Buchhandlung „Elsflether Leselust“ eingeladen.

In dieser Auftaktveranstaltung zur Lesereihe „Hallo Nachbar“ hatten sich die Vorleser aus der Anthologie zu den Berner Bücherwochen „FriedenLieben“ und dem Lesebuch der Wesermarsch „Alltag, Alltag, jeder Tag“ ihre Lieblingserzählungen ausgewählt.

 Das Geheimnis

Die Brakerin Sabine Schulz eröffnete den Lesereigen mit der Erzählung der Wienerin Nicole Makarewicz „Glaubenskrise“ aus der Anthologie „FriedenLieben“. Auf dem Sterbebett einer alten Frau kommt eine über Jahrzehnte verborgene Lebensgeschichte ans Licht, als die Sterbende im Angesicht des Todes die letzte Ölung des herbeigerufenen Priesters verweigert und statt ihm einen Rabbiner verlangt.

Zum Entsetzen der strenggläubigen und von religiösem Fanatismus beherrschten Tochter der Alten, erfüllt die Enkelin den Wunsch der Großmutter. Im letzten Gespräch mit dem Rabbiner enthüllt die Sterbende die Hintergründe eines Freundschaftsdienstes, der ihr in der Nazizeit die Deportation ins KZ ersparte. Ihre beste Freundin Gerda, mit der sie unzertrennlich bis ins Erwachsenenalter verbunden war, übernahm mit dem Akt eines unglaublichen Altruismus die Identität der damals jungen und schwangeren Frau – aus Rahel wurde Gerda, aus Gerda wurde Rahel. Die Christin Gerda übernahm als Rahel die Deportationsbefehle für Rahels Familie. Versöhnlich klingt nun der letzte Satz der katholisch geprägten Tochter: „Jetzt bin ich also Jüdin!“

 Die EInsamkeit

Seiner Lieblingssprache – dem Plattdeutschen – blieb der Plattdeutschbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, Hans Meinen, treu. Er las – up platt – seine Erzählung „De Eensamkeit van een Langstrecklöper“.

Fest eingebunden im Hamsterrad von Beruf und Erfolg und mit nur wenig Zeit für Freunde und Familie, macht sich ein Jogger beim Langstreckenlauf Gedanken über den Sinn und Zweck des permanenten Funktionierens.

Der Film „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“, gedreht 1962 nach einer Erzählung von Alan Sillitoe, verändert seine Einstellung zum Streben nach immer mehr Erfolg: Man muss nicht stets der Erste sein. Wie Kriege ganze Generationen prägen, hat Silvia Berger aus München in ihrem Essay „Vain Glory oder zwischen den Kriegen“ festgehalten. Gelesen wurde das Stück von der Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Berne, Natalja Gvozd-kowa.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.