ELSFLETH - ELSFLETH - Seine Vita ist bemerkenswert. Viele Stationen eines facettenreichen Lebens, politisches und gesellschaftliches Engagement, Auszeichnungen, Kampfeslust und Zielstrebigkeit ungebrochen, einer, der mitmischt, was zu sagen hat, einer der Höhen und Tiefen erlebt hat: Heino Kuck, Elsfleths ältestes und langjährigstes Ratsmitglied, wird heute 80 Jahre alt.

Den wahren Heino Kuck erkennt man allerdings erst zwischen den Zeilen seiner notierten Lebensstationen, erkennt man, wenn er anfängt zu erzählen, was er gerne tut, mit Witz und Augenzwinkern. Auch über die eher heiteren und manchmal pikanten Erlebnisse hüllt sich der Neuenfelder nicht in geheimnisvolles Schweigen – das sind eben Tatsachen, sagt er, und damit basta!

80 Jahre im Schnelldurchlauf: Heino Kuck – geboren als zweites Kind eines Landwirtehepaares am 24. Juni 1925 in Oldenburg, dann einklassige Volksschule Neuenfelde, Berufsschule, Besuch der Landwirtschaftsschule Oldenburg und der Obstbaumschule in Jork mit Abschluss. Mit 16 Jahren zum Reichsarbeitsdienst und Einzug zur Wehrmacht, dreimal im 2. Weltkrieg verwundet, nach 1945 Neuanfang auf dem elterlichen Hof in Neuenfelde. 1953 heiratet der Neuenfelder die Delmenhorsterin Annelore Müller, fünf Kinder und eine Adoptivtochter bringen Leben auf den Hof am Alten Deich.

Seit 1961 ist Heino Kuck FDP-Ratsherr. Er war stellvertretender Bürgermeister, ist seit 16 Jahren Kreistagsmitglied und seit 36 Jahren Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat, zwölf Jahre lang führte er die FDP-Kreistagsfraktion.

Nicht zu vergessen die Feuerwehr Neuenfelde: Kuck ist Mitglied seit 64 Jahren und Träger höchster Auszeichnungen. Verdient gemacht hat sich Heino Kuck mit großem Engagement für sein Heimatdorf. Er gründete den Bürgerverein Neuenfelde, war 22 Jahre dessen Vorsitzender, und seit sechs Jahren ist er Vorsitzender des Sozialverbandes (Ortsgruppe Elsfleth). Für seinen Einsatz in der Diakonie der Evangelischen Kirche wird der Neuenfelder 2004 mit dem „Kronenkreuz in Gold“ ausgezeichnet. Das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt Kuck 1987.

Noch eine weitere Facette darf nicht ausgelassen werden: Heino Kuck als penibler Archivar der Dorfgeschichte. Schriftlich hat er die Überlieferungen seines Großvaters festgehalten und in Oldenburger Archiven gestöbert. Er hat Fotos und Dokumente gesammelt – was nicht schwarz auf weiß zu finden ist, befindet sich in seinem Kopf. Und das sind vor allem die Geschichten eines Mannes, der das Leben mit Humor nimmt, der nach eigener Aussage „kein Held ist, aber immer Glück gehabt hat“.