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Literatur Adam und Eva sorgen für paradiesischen Abend

Evelyn Eischeid

ELSFLETH - Adam und Eva: ihr Schöpfer wusste, dass es Musterexemplare ohne Vorbild sein würden und das Risiko einer möglichen Unvollkommenheit der brandneuen Spezies ging Gott mutig ein, wissend, dass sich die geschlechtsspezifischen Besonderheiten beider Exemplare über Generationen hinweg dominant vererben würden.

Wie sich das Experiment der Prototypen des „Homo Sapiens“ im Garten Eden und nach der Vertreibung aus der paradiesischen Heimat angelassen haben könnte – darüber hat sich auch der amerikanische Schriftsteller Mark Twain höchst vergnügliche Gedanken gemacht und das Leben des ersten Menschenpaares in seinen fiktiven „Tagebüchern von Adam und Eva“ festgehalten. Beide kommen dabei aus ihrer jeweiligen Perspektive zu Wort.

Szenische Lesung

Mit einer szenischen Lesung entführte im Heye-Saal die Oldenburger Schauspielerin Franziska Vondrlik ihre Zuhörer auf Einladung des Elsflether Kulturvereins in Mark Twains Welt des ersten Menschenpaares, sie schlüpft in die Rollen der charmant-geschwätzigen Eva und des brummeligen Pragmatikers Adam, der eigentlich nur seine Ruhe will. Die Evergreens und Songs, die Franziska Vondrlik immer dann anstimmt, wenn sich die Protagonisten einer Krise nähern, sind passgenau und werden einfühlsam von Wilhelm Magnus auf der Gitarre begleitet.

Bei Mark Twain ist es Eva, die alles Neue ankurbelt, den Dingen des Lebens einen Namen gibt und ihrem Adam immer näher auf den Pelz rückt. Von dem „neuen Geschöpf mit den langen Haaren“ erwartet Adam nur wenig Erfreuliches: „Ich wollte, sie bliebe bei den anderen Tieren.“ Aber er fühlt sich doch geschmeichelt, als seine Gefährtin das Wort „Wir“ erfindet – wenn sie nur nicht ununterbrochen plappern würde. Fasziniert von allem Neuen nähert sich Eva dem „verbotenen Baum“ und Adam schwant Böses: „Jetzt ist etwas geschehen, von dem sich die Menschheit zeitlebens nicht mehr erholen wird.“

Der Biss in den Apfel hat aber nicht nur die Vertreibung aus dem „schönen Park“ zur Folge, Adam erkennt Evas gutes Herz, stellt fest, dass sich seine Gefühle geändert haben und sie eigentlich auch mit einem Feigenblatt „ganz verlockend“ aussieht. Nur das kleine seltsame Geschöpf, das Eva nach einem längeren Jagdausflug Adams präsentiert – später kommt noch eins hinzu – kann er nicht einordnen. Eine neue Gattung Fisch, oder ein adamitisches Känguru, oder ist es gar ein Bärchen, dem man bald einen Maulkorb verpassen muss?

Zehn Jahre später weiß Adam: „Es sind Buben, der Abel ein gutes Kind, der Kain etwas schwieriger gestrickt.“

Adams Erkenntnis

Weitere vierzig Jahre später erkennt Adam: „Außerhalb des Parks mit ihr zu leben, war besser als im Park ohne sie“ und noch viel später denkt er an ihrem Grab mit Dankbarkeit an seine Gefährtin: „Wo immer sie war, da war das Paradies.“ Begeisterter Applaus für das wunderbare Duo Vondrlik/Magnus – ein wahrhaft „paradiesischer“ Abend.

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