ELSFLETH - Die Omni-Pac macht’s vor: Gewinnbeteiligung, Stundenkonten statt Überstunden, Qualifikation und freiwillige Arbeitszeitverkürzung schaffen und sichern Arbeitsplätze.

von wolfgang bednarz

ELSFLETH - Rente mit 62 statt 67 und sanierte Finanzen statt stetg steigender Schuldenberge: „Wenn es der Politik gelingen sollte, die Betonköpfe außen vor zu lassen, dann habe ich Hoffnung für diesen Staat“, sagte Omni-Pac-Werksleiter Jürgen Sender gegenüber Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion und der Elsflether Ratsfraktion am Montag. Die Christdemokraten waren zu einem Besuch zu Elsfleths größtem Arbeitgeber (gut 400 Mitarbeiter) gekommen und hörten dem Omni-Pac-Chef gespannt zu. Er sei sicher, so Sender, dass man bei der Leitung eines Industriebetriebs tatsächlich das Soziale betonen und dabei auch noch richtig gute Ergebnisse erzielen könne, sagte der bekennende Sozialdemokrat.

Was nach Ansicht der wohl meisten Wirtschafts-Meinungsführer den Gewinn schmälert und in Zeiten der Globalisierung Arbeitsplätze gefährdet, funktioniere bei dem Lebensmittelverpackungen-Hersteller aufgrund eines Bündels von Einzelmaßnahmen: Ein Gewinnbeteiligungsmodell steigere die Motivation, hohe Qualifikation, die sich der Betrieb auch etwas kosten lasse, ermögliche hohe Flexibilität bei der Abarbeitung kurzfristig hereinkommender Aufträge. Das sichere Geschäftsbeziehungen. Statt Überstunden anzuhäufen werde Mehrarbeit durch Freizeit abgegolten. 25 Prozent der Belegschaft arbeiteten statt 38 nur 35 Stunden. „Wenn das gesellschaftlich gestreut wäre, hätten wir Vollbeschäftigung“, sagt Sender. Psychologisch wirksam, weil es die Bereitschaft zu konstruktiver Kritik fördere und somit Innovationen im Produktionsablauf den Weg ebne, sei der Verzicht auf befristete Einstellungen und Probezeiten.