Elsfleth - Mit dieser Überraschung hatte Bürgermeisterin Traute von der Kammer nicht gerechnet. „Ich möchte mich heute einmal nicht empören, sondern auch im Namen meiner Frau und ich glaube auch von vielen engagierten Bürgern Moorriems, meiner Freude und Dankbarkeit über ihren Einsatz für Moorriem Ausdruck verleihen“, sagte Rolf Mielcke von der Bürgerinitiative gegen neue Windkraftanlagen in Moorriem.
Blumenstrauß und Buch
Er nutzte die Bürgerfragestunde während der Ratssitzung am Donnerstagabend, um einen Blumenstrauß und einen neuen Bildband über die Wesermarsch zu überreichen. Seine Frage, ob die Bürgermeisterin die Geschenke auch annehmen werde, war reine Formsache.
Nach diesem harmonischen Auftakt wurde die Sitzung einvernehmlich fortgesetzt. Dass der Landkreis Wesermarsch den Haushalt 2013 der Stadt Elsfleth genehmigt habe, teilte die Bürgermeisterin mit. Der Haushaltsplan könne ausgeführt werden.
Traute von der Kammer erwähnte aber auch, dass für den Haushalt 2014 mit einem Defizit von rund einer Million Euro zu rechnen sei (die NWZ berichtete). Das habe die Kommunalaufsicht ebenfalls angemerkt. Die Gewerbeeinnahmen seien wegen der immer noch anhaltenden Schifffahrtskrise rückläufig. Elsfleth sei auch nicht prädestiniert für die Ansiedlung neuer Betriebe, fuhr die Bürgermeisterin fort.
Attraktivität erhalten
Die Kommunalaufsicht habe zudem vor der Ausweitung der freiwilligen Leistungen gewarnt. Nach den Worten der Bürgermeisterin bestimmen sie jedoch die „Lebensqualität und die Attraktivität einer Stadt“. Um Tendenzen im Vorfeld erkennen und lösen zu können, möchte die Bürgermeisterin in einen Dialog mit den Gewerbetreibenden und Unternehmen treten. Im Schulterschluss auch mit Sport- und Fördervereinen sowie anderen sozialen Trägern die Zukunft Elsfleths zu gestalten, sei ein wichtige Aufgabe. „Kreative Ideen sind gefragt“, sagte sie.
In ihrem Grußwort zur Tagung der Oldenburgischen Landschaft im März in der Elsflether Stadthalle (die NWZ berichtete) hatte Traute von der Kammer Moorriem als Ort kulturhistorischer Bedeutung hervorgehoben und von schützenswerter Natur und Lebensraum gesprochen. Eine vernünftige Balance zwischen Wirtschaft und Natur sei erstrebenswert. „Nur allein von Vogelparadiesen kann eine Kommune nicht leben“, differenzierte die Bürgermeisterin bei der Ratssitzung. Man müsse einen vernünftigen Weg finden, um beiden Ansätzen gerecht zu werden.
