NEUENBROK - Neues Fahrzeug, aber welches Fahrgestell? Neue Fahrzeughalle oder das vorhandene Raumangebot mit einem Schleppdach vergrößern? In der Diskussion um die Finanzierung der Investitionen in die Freiwillige Feuerwehr Sandfeld befanden sich die Mitglieder des Feuerwehrausschusses auf ihrer Sitzung im Feuerwehrhaus Neuenbrok angesichts der aktuellen Haushaltslage in der „Quadratur des Kreises“.

Fakt ist: Das neue Fahrzeug für die Sandfelder Ortswehr, ein TSFW, ist bestellt und wird im Spätherbst dieses Jahres ausgeliefert. Noch nicht entschieden war die Anschaffung eines adäquaten Fahrgestells. Zwei Versionen standen zur Diskussion: Ein MAN-Fahrgestell oder das, um 10 000 Euro preiswertere des Herstellers IVECO. Vorteile der größeren MAN-Ausführung: Die Einsatzkräfte können bereits auf der Fahrt zum Einsatzort in der Kabine die Atemschutzgeräte anlegen und sparen wichtige Zeit. Außerdem ist nach Ansicht der Feuerwehrvertreter das MAN-Gerät das technisch bessere mit einer längeren Haltbarkeit – aber es passt mit seinen Ausmaßen nicht in die vorhandene Halle.

Stadtbrandmeister Peter Jürschik: „Die Länge kommt gerade noch hin, die Breite nicht und die Höhe auch nicht. Auch wenn die Spinde aus der Halle ausgeräumt werden, können die niemals wegen möglicher Kontaminationen der Einsatzkleidung in den Aufenthaltsraum verlegt werden. Das ist auch gesetzlich verboten.“

An den Bau der neuen Halle müsse man ran, sagte Horst Kortlang (FDP), dieser Meinung war auch Günther Vögel (CDU). Sein „politischer Kompromissvorschlag“ stieß allerdings auf Befremden. Vögel regte an, die Hälfte der eigentlich für die Renovierung der Elsflether Grundschulen vorgesehenen Investitionssumme für den Hallenbau einzusetzen. Kortlang konterte: „Den Schulkindern wegzunehmen, was ihnen zusteht, ist unanständig.“ Über den Diskussionspunkt „Hallenbau“ wurde keine Einigung erzielt, Bürgermeister Diedrich Möhring regte an, den Bau der Halle in die Investitionsplanung 2011 einzubringen. Mehrheitlich wurde der Beschluss gefasst, für das neue Fahrzeug das MAN-Fahrgestell zu ordern. Thorsten Böner (WEM) stimmte als einziger dagegen: „Das sind alles nur Luftnummern.“ Ausschussvorsitzender Volker Osterloh zeigte sich zuversichtlich, auch die Kommunalaufsicht vom gefassten Beschluss zu überzeugen.

Im Anschluss an die Diskussion überreichte Bürgermeister Möhring den stellvertretenden Ortsbrandmeistern Rolf Kayser (Altenhuntorf), Jens Cordes (Bardenfleth) und Günther Raddatz ihre Ernennungsurkunden für die nächsten sechs Jahre. Eine weitere Ernennungsurkunde erhält der Elsflether Ortsbrandmeister Wilfried Eggers, der nicht an der Sitzung teilnehmen konnte.