Eckfleth - René Pijl ist der Fachmann, wenn es in der Milchvieherhaltung um Klauengesundheit und Klauenpflege geht. Der gebürtige Niederländer gab im Eckflether Kroog sein Wissen während einer Informationsveranstaltung des Landvolks Bardenfleth weiter.

Im niederländischen Arnheim absolvierte René Pijl die Landwirtschaftsschule mit dem Abschluss als Landwirtschaftsmeister. 1988 wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus und wohnt jetzt mit seiner Familie in Jever. Seit 40 Jahren praktiziert René Pijl als selbstständiger Klauenpflegemeister mit Schwerpunkten in den Bereichen Klauenpflege, Forschung und Publikationen auf diesem Fachgebiet.

Laut René Pijl hat sich die Klauengesundheit bei Kühen in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Zu den seit Jahren bekannten Klauenerkrankungen seien neue Krankheitsbilder hinzugekommen: seit 1976 die Mortellaro’sche Krankheit (Dermatitis Digitalis), Zehenspitzengeschwüre und die kaum zu heilenden „Weiße Linie Defekte“ und „Axiale Wandfissuren.“

Eine Therapie gegen die „Mortellaro’sche Krankheit“ hat René Pijl eher zufällig entdeckt. Ein Naturprodukt, dass eigentlich nur zur Verbesserung des Mineralhaushalts im Boden eingesetzt wurde, zeigte auch Wirkung gegen die „Mortellaro’sche Krankheit“.

Eingesetzt wird das Mineralpulver im einer Wanne, durchläuft die Kuhn das Trockenklauenbad, bleibt das Pulver am Hornschuh haften und schafft dort ein Umfeld, das das Aufkeimen des Leidens verhindert.

René Pijl wies die Landwirte aber auch darauf hin, dass die Klauen vorher gepflegt werden sollten. Einen regelmäßigen Klauenschnitt könne man durch das Mineralpulver nicht ersetzen.