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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Elsfleth

Ärger: „Zu steil zum Einsteigen“

04.07.2017

Butteldorf Erich Koopmann steht mit seinem Rollstuhl an der Bushaltestelle „Feuerwehr“ in Butteldorf. Der 77-Jährige ärgert sich, denn mit dem Bus der Linie 460, der hier mehrmals am Tag hält, kann er nicht mitfahren. „Ich habe mit dem Rollstuhl keine Möglichkeit, in den Bus zu kommen“, sagt Koopmann. „Wie soll ich nach Oldenburg zu den Fachärzten kommen oder zum Einkaufen nach Elsfleth?“ Den Bus könne er hierfür nicht nutzen. Die Fahrten nach Oldenburg habe er, seitdem er seit Anfang des Jahres auf den Rollstuhl angewiesen ist, ausgesetzt, berichtet er.

Bereits davor sei es für ihn mit einem Rollator schwierig gewesen, in den Bus einzusteigen. „Dass einige Busse sich absenken lassen und eine Rampe ausklappen können, ist für Koopmann auch keine Möglichkeit. „Das ist zu steil mit meinem Rollstuhl, dann kippe ich nach hinten um.“ Die Stützen an seinem Rollstuhl würden eine solche Steigung gar nicht zulassen. Der 77-Jährige müsste in einem solchen Fall auch von der Straße aus einsteigen, denn auf den vorhandenen, leicht erhöhten Buseinstieg kommt er nicht hinauf, da die Bordsteinkante zu hoch ist. Außerdem stört es Koopmann, dass ein Zaun, der das Gelände der Freiwilligen Feuerwehr abtrennt, den Bussteig auf der einen Seite der Haltebucht verkleinert. Koopmann wünscht sich einen erhöhten Bussteig, der es ihm ermöglicht, mit dem Rollstuhl direkt in den Bus fahren zu können. Diese würden an anderen Orten ja auch gebaut werden, warum nicht hier in Butteldorf, fragt sich der 77-Jährige.

 Unterstützung vom VdK

Der Sozialverband VdK unterstützt Koopmann. Holger Beyer, Vorsitzender des Ortsverbandes Moorriem-Großenmeer, Kreisvorsitzender Ingo Holtz, Kreisgeschäftsführerin Andrea Nacke sowie Albert Mumme, Mitglied des Kreisbehindertenrates, haben sich mit dem 77-Jährigen ein Bild von der Situation in Butteldorf gemacht. „Es heißt ja selbstständig und selbstbestimmt reisen können“, das sei hier aber nicht möglich, merkt Mumme an. Für ihn hat die Situation des Busfahrens in Butteldorf „mittelalterlichen Charakter“.

„Wir haben vor eineinhalb Jahren die Stadt Elsfleth angeschrieben und auf das Problem hingewiesen“, erzählt Holger Beyer. Die Stadt habe zunächst dem Anliegen zugestimmt, es aber an den Landkreis Wesermarsch verwiesen. Der Kreis habe den „Ball“ jedoch wieder zurück zur Stadt Elsfleth gespielt, schildert Beyer weiter. Seitdem sei an der Haltestelle nichts weiter passiert, ärgert sich der Ortsverbandsvorsitzende.

 Reaktion der Stadt

Hartmut Doyen, Bauamtsleiter der Stadt Elsfleth, reagierte auf NWZ-Nachfrage überrascht auf die Vorwürfe von Koopmann und VdK. Bereits Mitte vergangenen Jahres hätte sich die Verwaltung auf Koopmanns Anfrage der Problematik angenommen und zusammen mit Weser-Ems-Bus eine Lösung erarbeit. Da der Zaun den Einstieg erschwere, fahre der Bus seit der Fahrplanänderung zum August 2016 diese von nur einer Seite aus kommend an, so dass die Türen zur Zaun abgewandten Richtung aufgehen. Dies habe die Verwaltung auch Herrn Koopmann mitgeteilt, erklärt Doyen. Da es von Seiten des 77-Jährigen keine weitere Kontaktaufnahme mit der Stadt gegeben habe, habe die Verwaltung die Situation als erledigt angesehen.

 Reaktion vom VBN

Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) erklärte auf NWZ-Nachfrage, dass die Stadt Elsfleth für den Ausbau der Wartefläche zuständig sei. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Im Rahmen von Haltestellenbestandsaufnahmen werden Prioritätenvorschläge von uns, das heißt vom VBN und ZVBN, gemacht, die sich allerdings nur auf die verkehrliche Situation beziehen. Die dort verkehrende Linie 460 ist keine Hauptlinie im VBN, so dass es für das Fahrzeug keine Niederflurgarantie gibt.“

Der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Butteldorf sei schon einmal im Gespräch gewesen, seitens der Stadt aber nicht weiter verfolgt worden, heißt es vom VBN weiter. „Vor dem Hintergrund des konkreten Bedarfs sollte die Priorität zum Ausbau allerdings seitens der Stadt überprüft werden.“

Der Verkehrsverbund will das Fahrpersonal noch einmal an die geänderte Anfahrt der Haltestelle erinnern. Aufgehoben sei die Anweisung nämlich nicht.

Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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