Emden - Die Digitalisierung hält auch bei der Steuerung der Brücken über den Ems-Jade-Kanal mehr und mehr Einzug. Seit einiger Zeit wird dafür gerade zwischen Wolthusen und dem Herrentorviertel kräftig auf sowie hinter dem Deich gebaggert. Arbeiter verlegen dort über einige Kilometer moderne Glasfaser-Kabel, über die später nicht nur die Wolthuser Klappe und die Uphuser Klappe, sondern auch die Verbindungsschleuse von der Kesselschleuse aus ferngesteuert werden sollen.

„Die alte Kupferleitung reicht für die neuen Techniken nicht mehr aus“, sagte der Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Fabian Buss, auf Nachfrage. Die Brückensteuerung und die -überwachung muss laut Buss ersetzt werden, weil es für das bestehende System keine Komponenten, also keine Ersatzteile mehr gibt. Die Kesselschleuse fungiert als Steuerzentrale für die Fernbedienung und -überwachung von beweglichen Brücken über den Ems-Jade-Kanal, den Verbindungskanal sowie die Verbindungsschleuse. Die neuen Leitungen werden deshalb auch von der Kesselschleuse über die Verbindungsschleuse bis zur Uphuser Klappe verlegt. Dafür wird sowohl am Deichfuß als auch auf der Krone Erdreich bewegt. Angesichts der Bedeutung des Deiches für den insgesamt 72,3 Kilometer langen künstlichen Kanal zwischen Emden und Wilhelmshaven und für die unmittelbare Umgebung ist das durchaus ein sensibler Bereich. Bei der Planung und Vorbereitung wurde der NLWKN von den Emder Stadtwerken (SWE) unterstützt.

Darüber, wann die Arbeiten am Ems-Jade-Kanal voraussichtlich abgeschlossen sind und wie viel die Maßnahme kostet, machte der NLWKN-Sprecher keine Angaben.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung