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„Dingelothek“ in Emden Polaroidkamera und Eismaschine aus der Emder Stadtbücherei

Vivien Bender, Leiterin der Stadtbücherei Emden, zeigt sich nach einem Jahr zufrieden mit der Nachfrage in der „Dingelothek“.

Vivien Bender, Leiterin der Stadtbücherei Emden, zeigt sich nach einem Jahr zufrieden mit der Nachfrage in der „Dingelothek“.

Lukas Klus

Emden - Seit rund einem Jahr gibt es in der Stadtbücherei in Emden mehr als nur Bücher: In der „Bibliothek der Dinge“ finden sich ein Teleskop, eine VR-Brille oder auch ein Federballset – und das alles kann man ausleihen. Jetzt hat die Leiterin Vivien Bender eine erste positive Bilanz ziehen können: Die „Dingelothek“, wie man die Bibliothek der Dinge in Emden nennt, komme bei Nutzern der Bücherei gut an und werde bereits eifrig genutzt. Ganz so hoch wie bei den Büchern seien die Ausleihzahlen zwar noch nicht, aber trotzdem ist Bender überzeugt, dass die Stadtbücherei mit dem besonderen Angebot auf einem guten Weg ist.

Als „Bibliothek der Dinge“ bezeichnet man Abteilungen von Bibliotheken, in denen statt Büchern Gebrauchsgegenstände – oder eben Dinge – verliehen werden. Dazu gehören beispielsweise Spielzeug, Küchengeräte oder technische Spielereien. Das Konzept erfreut sich in immer mehr Bibliotheken großer Beliebtheit, zum Beispiel auch in Oldenburg oder Ganderkesee. In Emden wurde die Bibliothek der Dinge nach der Erneuerung der Stadtbücherei 2023 eröffnet. Ihre Einrichtung wurde im Rahmen des Programms „WissensWandel“ durch den Bund gefördert. Der Name „Dingelothek“ ist eine Emder Wortschöpfung. „‚Bibliothek der Dinge‘ klingt so lang“, erklärt Vivien Bender. Deshalb entschied man sich dafür, einen eigenen Namen zu erfinden.

Fast immer ausgeliehen

Zum Bestand der Emder „Dingelothek“ gehören unter anderem ein Laminiergerät, eine Polaroidkamera, oder Backformen. Als besonderen Renner nennt Vivien Bender die Spielekonsole „Nintendo Switch“. Gerade bei Kindern erfreue sie sich großer Beliebtheit und sei deshalb fast immer ausgeliehen. Auch eine Eismaschine ist ein besonders begehrtes Stück aus dem Bestand: Zwar sei die Nachfrage in den kälteren Monaten nicht mehr so hoch, aber Bender geht davon aus, dass sie mit der kommenden wärmeren Jahreszeit wieder vermehrt ausgeliehen wird. Für Kinder steht außerdem eine Auswahl an sogenannten „MakerBoxen“ bereit: Experimentierkästen und Bausätze, mit denen die Kinder kleine Windräder bauen oder Roboter programmieren können.

Die Ausleihe in der Bibliothek der Dinge funktioniert nicht anders als die eines Buches. Wer einen Nutzungsausweis der Stadtbücherei Emden besitzt, darf sich auch die Gegenstände aus dem Bestand der „Dingelothek“ ausleihen. Zusätzliche Bedingungen oder Kosten gibt es dafür nicht.

Gegen die Wegwerfgesellschaft

Hinter der „Dingelothek“ steht die Idee der Nachhaltigkeit. Anstatt Dinge zu kaufen und festzustellen, dass man sie eigentlich gar nicht braucht, könne man sie hier erst einmal ausprobieren. „Wir wollen der Wegwerfgesellschaft etwas entgegenstellen“, wie Vivien Bender erklärt. Auch bei Gegenständen wie der Eismaschine oder dem Laminiergerät, die meistens nur über kürzere Zeiträume gebraucht werden, sei die Ausleihe nachhaltiger als der Kauf.

Dass Bibliotheken der Dinge nicht nur eine Modeerscheinung sind, davon ist Leiterin der Bücherei überzeugt. Vivien Bender: „Das ist die Bibliothek der Zukunft. Bibliotheken sind heute mehr als Orte voller Bücher, an denen man leise sein soll.“ Bei der „Dingelothek“ wird entsprechend auch schon an die Zukunft gedacht. Bender möchte den Bestand gerne noch erweitern. Da die Beschaffung neuer Dinge nicht immer günstig ist, freut man sich hier auch über Spenden und Leihgaben.

Lukas Klus
Lukas Klus Volontär, 1. Ausbildungsjahr
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