Emden - Es mussten ganz dicke Löcher gebohrt werden – nicht nur durch die massiven Bunkerwände. Doch am Ende war die Mission „Brandschutz-Ertüchtigung“ erfolgreich: Das Emder Bunkermuseum wird wie erhofft nach langer Zwangsschließung am 6. September wieder seine Pforten für Besucher öffnen – pünktlich zum Emder Gedenken an die Zerstörung der Stadt im alliierten Bombenhagel 1944.
Treppenturm steht
„Ja, es klappt“, bekräftigte Arbeitskreis-Sprecher Marten Klose auf Anfrage. Der Treppenturm, für den auf fünf Etagen zuvor erst mühsam Öffnungen in den Bunker geschnitten werden mussten, sei fertig montiert. Am Freitag schließlich wurde per Kran noch das letzte Puzzleteil für den geforderten zweiten Fluchtweg eingesetzt: die Leiter für den neuen Notausstieg auf dem Dach. Auch dort waren die „Betonsäger“ im Sommer zu Werke gegangen.
Nun muss vor allem noch ordentlich durchgewischt werden. Zwar wurden alle Glaskästen und Exponate mit Folien gesichert. Doch durch die Arbeiten ist überall ordentlich Baustaub gelandet. Aber auch dafür wird sich hiesige Firmen-Unterstützung finden – so wie schon vorher, als der Verein um die Vorsitzenden Roswitha Franke und Wolfram Heidrich beim Verhandeln auf ein ebenso engagiertes Entgegenkommen der Handwerksfirmen stieß, weil auch diese etwas zum Erhalt des begehbaren Mahnmals gegen Krieg, Hass und Zerstörung beitragen wollten.
Alles in allem wird mit etwa 420.000 Euro für die Brandschutz-Ertüchtigung des Museums gerechnet. Bis zu 300.000 Euro schießt die Stadt zu. Der Rest setzt sich aus einer Sonderzuweisung des Niedersächsischen Kulturministeriums und einem mit viel Engagement zusammengetragenen Eigenanteil des Vereins zusammen, der den Bunker erst in diesem März von der Stadt übernommen hat. Dass das Bunkermuseum dabei trotz sportlichem Wunschtermin tatsächlich rechtzeitig fertig wird, sei in diesen Zeiten schon etwas Besonderes, befand Klose mit Blick auf die fast schon normalen Verzögerungen bei anderen Bauprojekten.
Teil des Gedenkprogramms
Das Bunkermuseum wird nun auch aktiv in die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Emden eingebunden. Diese beginnt am Mittwoch, 6. September, um 17 Uhr (Einlass: 16.45 Uhr) in der Johannes a Lasco Bibliothek mit einer ökumenischen Andacht, Ansprache von Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Musik des Emder Pianisten Patrick Pagendarm. Um 18 Uhr geht es dann hinüber zum Bunkermuseum, wo Roswitha Franke ein paar Worte spricht, bevor es nach einer Schweigeminute (18.24 Uhr) erstmals wieder Einlass in den Bunker gibt. Von 18.45 bis 18.50 Uhr (zur Zeit des Angriffs) läuten dazu die Kirchenglocken.
Im Bunkermuseum ist dann bis 21 Uhr „open house“. Ab 7. September ist es wieder zu den regulären Zeiten geöffnet – bis Oktober/November inklusive Emder Museumstag.
