Emden - Der Busvorfall auf dem Weg von der Schule Wybelsum in die Innenstadt wird nun in einem weiteren Kreis diskutiert. „Wir werden uns jetzt mit dem Busunternehmen Reiter’s zusammensetzen und den Fall eingehend diskutieren“, sagte Raimund Harms, Rektor der Grund- und Oberschule am Stadtrand Emdens, auf Anfrage dieser Redaktion.
Es gehe natürlich nicht, dass die Schüler des Busses verwiesen werden und das, nachdem die Fahrt bereits begonnen wurde, betonte Harms. Er bezieht sich auf einen Vorfall vom 10. Mai. Nun werden Vertreter der Schule und des Busunternehmens sich zeitnah zusammensetzen und dann könne sich auch die Schule ein besseres Bild von den Vorfällen machen. Harms zeigte durchaus Verständnis für die nervliche Belastung von Busfahrern. Dies rechtfertige nicht, die Schüler auszusetzen. „Doch warten wir einmal ab, was bei dem Gespräch herauskommt“, sagte er.
Ein Grundproblem sieht er sowie besorgte Eltern und Lehrer in der Benutzung der Anhängerbusse. Als diese vor Jahren angeschafft wurden, war es bereits Thema im Rat, ob diese eigenständigen Anhänger nicht zu einem Sicherheitsrisiko werden könnten. Die Anhänger sind autark und nur durch Kameras mit dem Busteil verbunden, in dem der Fahrer sitzt. Kommunikation ist nur über eine Sprechanlage möglich. Dass sich in diesen Anhängern Schüler unbeobachteter fühlen und dies Fehlverhalten einiger Insassen befördert, versteht sich fast von alleine. Harms: „Ich stand den Anhängern immer skeptisch gegenüber.“
Sicherheitsschulung
Auch das Busunternehmen scheint mit den Anhängern nicht glücklich zu sein. Dies geht aus den Ausführungen der Geschäftsführerin Marion Gravemann hervor, die von vielen Vorkommnissen in den Bushängern berichtete. „Trotz wiederholter Aufforderung durch das Fahrpersonal, sich ordentlich und verkehrssicher im Bus zu verhalten, reagieren die Schülerinnen und Schüler oftmals leider nicht.
Ein „fast“ normaler Bus, nur ohne Fahrer und eigenem Antrieb: ein Busanhänger. Insgesamt ist das Gefährt mit dem Bus 23 Meter lang. Bild: Ute Lipperheide
Insbesondere in den Anhängern der Buszüge ist das Eingreifen des Fahrpersonals schwierig. Das Fahrpersonal kann über Kameras das Geschehen im Anhänger teilweise überwachen und hat lediglich die Möglichkeit über das Rufsystem in den Anhänger hinein zu sprechen“, teilte die Geschäftsführerin auf Anfrage mit.
Sieht Busanhänger als problematisch an: Schulleiter Raimund Harms. Bild: Archiv
Dass dem Busunternehmen an einem reibungsfreien Schülertransport liegt, wird auch dadurch deutlich, dass sie jedes Jahr, gemeinsam mit dem Präventionsrat der Stadt Emden, auf dem Reiter’s-Betriebshof die Verkehrssicherheitstage durchführen. Gravemann: „An diesen Tagen werden alle Viertklässler der Emder Schulen abgeholt und auf unserem Betriebshof in allen Bereichen der Verkehrssicherheit in und am Bus geschult. Dazu gehört der tote Winkel, das Verhalten bei Feuer und die verschiedenen Gefahren- und Sicherheitsbereiche in und am Bus.“ Die Verkehrssicherheitstage finden wieder am 5. und 6. Juni statt.
Vorerst kein Gespräch
Wie mit dem konkreten Vorfall am 10. Mai umgegangen wird, dies werde sich nach dem Gespräch mit dem Busunternehmen zeigen“, sagte Harms. Bisher sei von der Schule nicht geplant, auch das Gespräch mit den betroffenen Eltern zu suchen. Der Busfahrer, der die Kinder an der Haltestelle Logumer Straße aus dem Bus geworfen hat, soll auf dieser Strecke seitdem nicht mehr eingesetzt worden sein.
Bushaltestellen in der Logumer Straße in Wybelsum: In diesem Wohngebiet endete die Busfahrt der Schüler aus dem Anhänger am 10. Mai. Foto: Axel Milkert
