Emden - Nicht besorgniserregend, aber die Zahlen der Corona-Erkrankten steigen wieder und das deutschlandweit. Grund hierfür ist die neue Corona-Virusvariante Eris – benannt nach der griechischen Göttin der Zwietracht und des Streites – oder wissenschaftlich bezeichnet als EG.5. Zwar werden in manchen Bereichen die seit einigen Monaten aufgehobenen Corona-Beschränkungen wieder aufgenommen, so die Maskenpflicht im Universitätsklinikum Kiel. Doch das sind bislang noch Einzelfälle.
In den Kliniken der Trägergesellschaft in Emden und Aurich sind bislang keine neuen Corona-Regeln aufgestellt worden. Auch im Klinikum Leer kommt man weiterhin ohne Maske ins Krankenhaus. „Aktuell besteht keine Bedrohungslage. Wir stimmen uns laufend mit der Klinikhygiene ab, aber derzeit gibt es keine Änderung am Test- und Maskenregime. Die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden befolgt“, heißt es auf Anfrage bei der Pressestelle der Trägergesellschaft.
Nicht besorgniserregend
Auch der Emder Amtsarzt, Dr. Dirk J. Obes, klingt gelassen. Er erklärt, wie es um die neue SARS–CoV-2-Variante bestellt ist. „Die neue Variante, die im Februar 2023 erstmals beschrieben wurde, ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 9. August als Virusvariante von Interesse („VOI“, variant of interest) eingestuft worden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine „VOC“ (variant of concern – besorgniserregende Variante)“, schreibt er auf Anfrage. Eris soll zwar einen Wachstumsvorteil gegenüber anderen Varianten haben, mit einem dadurch möglicherweise bedingten Anstieg der Infektionsfälle, jedoch konnte bisher keine Veränderung in der Krankheitsschwere beobachtet werden. Dennoch raten einige Experten, zu Selbsttests, um nicht weitere Menschen anzustecken.
„Derzeit gibt es keine Hinweise, dass es wieder zu allgemeinen Testpflichten kommen wird. Aufgrund der weggefallenen Kostenübernahme für Coronatests ist die Zahl der durchgeführten Tests drastisch gesunken, valide Zahlen für die derzeitige Infektionslage können daher nicht genannt werden“, berichtet Obes. Er geht von einer guten Basisimmunität der Bevölkerung aus, einerseits durch die hohe Impfquote und andererseits durch Infektionen. Daher habe auch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Anpassung der Corona-Impfempfehlung vorgenommen. Routinemäßige jährliche Auffrischungsimpfungen sind nur noch für Personen ab 60 Jahren sowie jüngere Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege sowie enge Kontaktpersonen gefährdeter (vulnerabler) Menschen empfohlen.
Keine Quarantäne-Anordnung
Die Impfungen werden künftig – wie beispielsweise Grippeimpfungen – über die niedergelassenen Ärzte sowie auch von einigen Apotheken angeboten. Obes empfiehlt für die kommende Herbst- und Wintersaison: „Erkrankte Menschen mit akuten Atemwegssymptomen sollten möglichst zu Hause bleiben und nicht notwendige Kontakte reduzieren.“ Quarantäne-Anordnungen durch das Gesundheitsamt werde es hinsichtlich Corona nicht mehr geben.
