Krummhörn - Eigentlich hätte es aus Sicht der Deichacht Krummhörn und der Gemeinde so schön werden können. Für die geplante Deicherhöhung des Küstenschutzbauwerks bei Hamswehrum sollte eine Umgehungsstraße für die Lkw und Bagger um das Dorf führen. Seit Jahren schon liefen die Verhandlungen mit den Landeigentümern. Die sind jetzt vorbei und eine Ersatzstraße wird es nicht geben.
„Wir haben das Thema jetzt zu den Akten gelegt, eine neue Straße werden wir leider nicht bauen können“, sagte Oberdeichrichter Gerd-Udo Heikens in der Ausschusssitzung der Krummhörner Deichacht am Donnerstag. Damit beendet die Deichacht die seit Jahren schon laufenden Gespräche mit den Eigentümern der betroffenen Flächen. Ursprünglich war geplant, eine Umgehungsstrecke zu bauen, auf der die Lastwagen für die riesige Deichbaustelle rollen können. Sie sollte über 500 Meter Länge von der Landesstraße direkt zur Leeshauser Straße und am Dorf vorbeiführen. Damit wollte man den Ort schonen, durch den die Lkw bislang rollen mussten. Doch das wird nun so bleiben. Eine Ausweichstrecke wird es nicht mehr geben.
Keine Einigung erzielt
Laut Deichacht kamen die Küstenschützer und die Landeigner nicht darüber ein, dass die Flächen verkauft werden. Auch ein Landtausch war im Gespräch, letztlich aber ohne Ergebnis. „Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man das beenden muss“, machte Heikens deutlich. Und das hat die Deichacht nun getan. Im Zuge des geplanten Deichbaus wird die Leeshauser Straße als Deichverteidigungsweg ausgebaut, auch mitten durch das Dorf hindurch.
Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) bedauerte diesen Schritt in der Sitzung mit Blick auf die Dorfbevölkerung in Hamswehrum. Gleichwohl konnte sie die Gründe aber nachvollziehen. Auf die Hamswehrumer komme damit eine Mehrbelastung zu, die vermeidbar gewesen wäre, sagte sie.
Weiterer Abschnitt
Seit Jahren schon wird die Deichlinie zwischen Upleward und Manslagt Stück für Stück ertüchtigt und erhöht. In diesem Jahr steht die Vollendung des vierten Bauabschnitts mit einer Länge von weiteren 1200 Metern bevor. 600 Meter davon wurden im vergangenen Jahr erhöht, weitere 600 Meter sind für dieses Jahr geplant. Für das kommende Jahr ist die Erhöhung des letzten Abschnitts auf einer Länge von insgesamt 680 Metern geplant. Viele Millionen Euro werden vom Land in das Projekt gepumpt, um die Deichlinie den Gegebenheiten des künftigen Küstenschutzes anzupassen.
