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Finanzsituation der Kliniken Schlechte Aussichten für Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden

Das Minus wächst: Im Klinikum Emden (Bild) und in Aurich und Norden steigen die Kosten.

Das Minus wächst: Im Klinikum Emden (Bild) und in Aurich und Norden steigen die Kosten.

dpa | Fabian Sommer

Emden - Wären die drei Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden selbstständige Firmen, dann müssten sie Insolvenz anmelden. Doch da die drei Häuser, die in einer gemeinsamen Trägergesellschaft geführt werden, der Stadt Emden und dem Landkreis Aurich gehören, ist das nicht der Fall. Die Kommunen haben bisher immer das jährliche Defizit ausgeglichen. Damit sind die drei Häuser in der deutschen Krankenhauslandschaft zwar kein Einzelfall, dennoch wird es für die Städte und Landkreise immer schwieriger, die Millionenlöcher der Kliniken zu stopfen.

Finanzielle Belastung

Wie dramatisch sich die Situation eigentlich darstellt, darauf hat Gregor Strelow, Fraktionsmitglied der Emder SPD und Emder Ratsvorsitzender, im Rechnungsprüfungsausschuss (RPA) hingewiesen. Er hielt eine kurze, aber flammende Rede für die kommunalen Kliniken und verwies dabei vor allem darauf, dass das Land Niedersachsen seine Zuwendungen für die Kliniken dringend erhöhen müsste. Diese sind seit Jahrzehnten geringer als in vielen anderen Bundesländern. „Wir müssen da Druck machen“, sagte Strelow.

Das wird zwar schon seit Jahren versucht, bisher jedoch ohne Erfolg.

Die finanzielle Belastung, die durch das Krankenhausdefizit auf die Stadt Emden und den Landkreis Aurich entsteht, wächst dagegen stetig. Ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Im vergangenen Jahr hat Emden zum zweiten Mal ein höheres Defizit eingefahren als Aurich. Etwa 6,1 Millionen Euro sind es für 2022. Für die Ubbo-Emmius-Kliniken (UEK) in Aurich und Norden werden 5,2 Millionen Euro veranschlagt. Doch auch dieses Defizit wird sich noch weiter erhöhen können. Für dieses Jahr wird für Emden ein Minus von zwölf und für die UEK-Kliniken von elf Millionen Euro prognostiziert.

Das Zahlenwerk für 2021 stellte im RPA Arno Penning vor. Er ist Leiter des Finanz- und Rechnungswesens der Trägergesellschaft. Auch in dem Bericht für 2021 warnten die Prüfer bereits vor nicht kalkulierbaren Kosten. Überall sind Steigerungen festzustellen. Für die etwas mehr als 2400 Beschäftigten sind 2021 rund 42 Millionen Euro Personalkosten gezahlt worden. Das ist verhältnismäßig hoch, da derzeit viele Stellen von sogenannten Honorarkräften besetzt sind, also von Medizinern oder Pflegepersonal, die nicht direkt in den Kliniken angestellt sind und deshalb ein höheres Entgelt bekommen. Penning verdeutlichte, dass neben den sowieso schon gestiegenen Kosten durch die Corona-Pandemie auch noch die Laborkosten erheblich höher sind, weil das Klinikum eigene PCR-Tests durchführt.

Vorstellung im Rat

An der Sitzung nahm auch der neue Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Dirk Balster, teil. Er hatte seinen Posten zum Januar angetreten. Für Balster war es der erste Auftritt in einem Emder Ratsausschuss. Er freue sich, in Emden zu sein, sagte er. Da er jedoch mit dem Haushaltsjahr 2021 noch nichts zu tun gehabt hat, gab er keine weiteren Kommentare ab, sondern übergab Penning das Wort. In der Ratssitzung am 16. März will sich Balster dem Emder Rat vorstellen.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung
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