Hinte/Emden - Ganz aufgegeben hat Arthur Skibb aus Hinte seine Pläne für ein internationales Drachenfest in seiner neuen ostfriesischen Heimat noch nicht – obwohl ihm im vergangenen Jahr bürokratische Hürden einen Strich durch die Rechnung machten. Seinerzeit hatte er, rund ein Jahr nachdem er aus Nordrhein-Westfalen nach Hinte gezogen war, ein großes Treffen von Drachenfreunden in Hinte geplant. Letztlich war es allerdings nicht zur Umsetzung gekommen, weil sich der 75-Jährige mit organisatorischen Fragen und Kosten seitens der Gemeinde alleingelassen gefühlt hatte. Das Osterwochenende hat dem Drachenbauer und langjährigen Veranstalter zahlreicher Drachenfeste in ganz Deutschland aber einmal mehr gezeigt, dass ein solches Fest in seiner neuen Wahlheimat durchaus Potenzial hat.
„Der Himmel war voll“
Zu Ostern hatte er acht Freunde an die Knock bestellt, um gemeinsam Drachen steigen zu lassen. „Der Himmel war voll“, sagte Skibb im Gespräch mit der Redaktion. Spaziergänger seien stehengeblieben, Autofahrer hätten sogar einen Umweg in Kauf genommen, um das Schauspiel am Himmel zu verfolgen. Deshalb stehe in der kommenden Woche auch ein Gespräch mit Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) an, um die Möglichkeiten eines Drachenfestes an der Knock auszuloten.
Schon früher hatte es, bis in die 1990er Jahre hinein, ein großes Drachenfest nahe der Knock auf der Wiese eines Bauern gegeben. Irgendwann war dies jedoch gescheitert, weil die Organisation an einigen wenigen hängengeblieben sei. Nun könnte die Veranstaltung nach fast drei Jahrzehnten in ähnlicher Form wieder aufleben.
Pläne sehr konkret
Das Ganze ist dabei längst keine fixe Idee mehr, sondern durchaus konkret. So soll das Fest nach Skibbs Vorstellungen am ersten Augustwochenende an der Knock stattfinden. „Eine Woche vorher ist ein Treffen in Schillig, da würden viele dann direkt hier rüber fahren“, weiß er schon jetzt von zahlreichen Teilnehmern. Mehrere Dutzend sollen es letztlich werden. Skibb rechnet an drei Tagen mit bis zu 70 000 Besuchern. Dafür braucht es vor allem eins: Platz. „Die Drachen, das sind zum Teil riesige Dinger“, sagte der Drachenbauer.
Und auch wenn die Knock dem „Drachenpapst“ – ein Name, den er aufgrund der zahlreichen Drachenfeste, die er Jahrzehnte vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in anderen Bundesländern und im Ausland organisierte, erhalten hat – gefällt, wäre ihm ein großes Fest in seiner Heimatgemeinde doch am liebsten. „Ich würde das Treffen lieber in Hinte machen, weil es auch eine tolle Veranstaltung für die Gemeinde ist.“
Dafür fehlt ihm aber ein geeignetes Gelände und Unterstützung seitens der Gemeinde. Ein Gespräch mit der Verwaltung ist aber derzeit nicht geplant – auch deshalb nicht, weil Skibb zunächst das Treffen mit Emdens OB abwarten möchte.
Sollte der nämlich seine Unterstützung zusagen, dann wird es eben ein Emder Drachenfest.
