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Ehemaliger Emder DRK-Vorsitzender Wilms gestorben Ein Menschenfreund durch und durch

Iris Hellmich
Ein DRK-Duo, das viel bewegt hat: Ex-Vorsitzender Friedel Gerhard Wilms (rechts) und der langjährige Geschäftsführer Friedrich Henes.

Ein DRK-Duo, das viel bewegt hat: Ex-Vorsitzender Friedel Gerhard Wilms (rechts) und der langjährige Geschäftsführer Friedrich Henes.

Rolf Brandes

Emden - Der langjährige Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Emden, Friedel Gerhard Wilms, ist am 10. Januar im Alter von 76 Jahren plötzlich gestorben. Bis zuletzt hat sich der langjährig in Emden praktizierende Rechtsanwalt und Notar sozial engagiert. Diese Arbeit war der Mittelpunkt seines Lebens, nicht nur als Jurist.

Als Wilms 2017 nach 35 Jahren nicht wieder ehrenamtlich für den Vorsitz im DRK antrat, konnte er auf eine lange Liste von Hilfsaktionen in aller Welt zurückblicken – auch privat –, an denen nicht zuletzt seine Ehefrau, die gelernte Kinderkrankenschwester Inken Wilms, beteiligt war. Sie kauften in Emden von privatem Geld ein Haus für Nichtsesshafte und halfen vor Ort, wo sie von Missständen erfuhren.

Hilfe in aller Welt

Als Wilms in den 1980er Jahren den Vorsitz im DRK übernahm, befand sich dieser in einer schweren finanziellen Krise.

Zusammen mit dem Kreisgeschäftsführer und Auslandsbeauftragten des DRK Emden, Friedrich Henes, organisierte Wilms zahlreiche Auslandsreisen, um Menschen in Krisengebieten zu unterstützen. Oft erzählte er von seinen Hilfslieferungen humanitärer Art unter anderem in das Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawien oder nach Rumänien, als es dort nach der Wende in der ehemaligen DDR zur Revolution gekommen war und sich den Helfern ein schreckliches Bild von vernachlässigten Kindern bot. Auch in Thailand, Kuba und Russland war Wilms engagiert.

Nachdem Emden mit Archangelsk eine Städtepartnerstadt geschlossen hatte, gab es für russische Kinder die Chance, in Emden medizinisch versorgt zu werden. Mehrere Delegationen reisten nach Archangelsk. Dank der Sprachkenntnisse von Wilms –er sprach Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch – gab es kaum Kommunikationsprobleme. Besonders glücklich machte Wilms auch, dass er in Russland etliche Hundert Namen von im Zweiten Weltkrieg vermissten Soldaten herausgefunden hatte.

Wilms, der in Hemer/Kreis Iserlohn geboren wurde, studierte in Münster Jura, wo er auch sein Referendariat absolvierte. Er war ein ausgesprochener Familienmensch und, wie sein Sohn Dr. Sönke Wilms formulierte, ein „großer Menschenfreund“, dem keine Herausforderung zuviel war.

Rat und Hilfe

Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak fanden bei Wilms immer Rat und Hilfe. Auch junge Menschen aus dem Kinderhilfsprojekt des Kinderchirurgen Dr. Alfred Jahn in Ruanda betreute er, nachdem diese in Emden ihre Ausbildungen begonnen hatten. Für sein Engagement erhielt Wilms 2010 von Oberbürgermeister Alwin Brinkmann die Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Niedersachsen verliehen.

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